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(c) Pester Lloyd / Nr. 07 - 2008 POLITIK 11.02.2008 ______________________________________________________________
Neonaziaufmarsch in Budapest
Rund 2.000 Neonazis aus Ungarn und anderen Teilen Europas hielten am Sonntag auf dem Budapester Heldenplatz einen Aufmarsch ab. Nur 300 Gegendemonstranten trauten sich...
Schon seit Jahren begehen in- und ausländische Faschistengruppen in
der ungarischen Hauptstadt den Jahrestag des verlustrechen "Ausbruchs" der letzten verbliebenen Wehrmachts- und SS-Verbände aus
der Budaer Burg am 11. Februar 1945, der die endgültige Niederlage der faschistischen Diktatur in Ungarn einleitete.
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Fotos dazu auf index.hu Link
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Ein massives Polizeiaufgebot hielt rund 300 Gegendemonstranten von den Neonazis fern,
Zusammenstösse wurden nicht bekannt. Die Neonazis, meist martialisch gekleidet, richteten, aufgereiht in miltärischer Formation, ein Holzkreuz mit der
Aufschrift "Blut und Ehre" auf dem Budapester Heldenplatz auf. Die Gegendemonstranten übten stillen Protest, in dem sie die Hände in den Nacken legten und so an die Opfer erinnerten.
In letzter Zeit hatte die sogenannte "Ungarische Garde" einige
rassistische Aufmärsche gegen die, ihrer Meinung nach das "Ungarntum" bedrohende Romaminderheit veranstaltet. Die an die
faschistische Tradition der Pfeilkreuzler anknüpfende Organisation ist zwar politisch weitgehend geächtet, erhält aber bei ihren Veranstaltung
erschreckend viel - auch stillen - Beifall von der "normalen" Bevölkerung. Eine breite und vor allem aktive antifaschistische Bewegung fehlt in Ungarn.
Ein derart weitgehend ungestörtes Auftreten von Faschisten auf einem
der wichtigsten Plätze der Hauptstadt ist in den meisten europäischen Ländern undenkbar. Der gespenstische Aufmarsch wurde von vielen
ungarischen Medien lediglich als Skinhead-Versammlung vermerkt.
(c) Pester Lloyd
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