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(c) Pester Lloyd / Nr. 39 - 2008 WIRTSCHAFT 20.09.2008 _______________________________________________________
Zentralbankchef: Den Kapitalismus lieben lernen
Eine deftige Abreibung erhielt die Regierung wie das ungarische Volk von ihrem
Nationalbankpräsidenten András Simor. Der ehemalige Chef der Budapester Börse nannte auf einer Werbe- und Marketingkonferenz vergangene Woche in
Budapest die nationale Wirtschaftspolitik einen völligen Blindflug.
Wörtlich sagte er: “Unsere Wirtschaftsordnung ist der Kapitalismus. Das sollten
die ungarischen Bürger endlich akzeptieren." Doch die Menschen hätten an den Staat noch Erwartungen wie im Sozialismus. "Es scheint, dass wir den
Sozialismus nicht genug ablehnen - doch es ist sicher, dass wir den Kapitalismus nicht genug lieben. Wir wollen irgendwo zwischen beidem balancieren, aber wir
sollten langsam verstehen, dass das nicht funktioniert."
Simor schloss in seine Kritik die fehlenden langfristigen Perspektiven der
politischen und wirtschaftlichen Eliten ein. "Es wäre großartig, wenn sie sich nicht für kurzfristige finanzielle Vorteile verkaufen würden oder langfristige
Notwendigkeiten für die Maximierung von Umfragewerten opferten." Ungarn könne eine Menge Zeit sparen, wenn es die Einsicht in Notwendigkeiten
aufbrächte, die ohnehin irgendwann über das Land kommen werden. Zudem mahnte er eine schnelle Verabschiedung des Budgets an.
(c) Pester Lloyd
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