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(c) Pester Lloyd / Nr. 43 - 2008 WIRTSCHAFT 24.10.2008 _______________________________________________________
Was fehlt, ist das Vertrauen
Die Kreditwürdigkeit von CEE-Unternehmen ist besser als ihr Ruf
Die Erste Bank in Wien, die in vielen mittelosteuropäischen Ländern führend tätig ist, sieht die Kreditqualität von CEE-Unternehmen über dem
Branchendurchschnitt liegen und will sich die Lage der CEE-Wirtschaft, auch im eigenen Interesse, nicht weiter schlecht reden lassen. Investoren
gehen dennoch fast nur noch in kurzfristige Anlagen und Branchen mit stabilen Cash-flows.
„Die Besorgnis in Bezug auf eine Kreditverknappung in CEE ist nach unserer
Meinung aus fundamentaler Sicht unbegründet. Die Banken in CEE sind von der Subprime-Krise infolge fehlender Engagements nicht betroffen und mussten auch keine entsprechenden
Abschreibungen vornehmen. Die Unterschiede zwischen den Leitzinsen und Geldmarktzinsen weisen auf ein wesentlich höheres Vertrauen der lokalen Banken untereinander hin.
Außerdem stellen wir fest, dass die CEE-Banken im Aufbringen von Primärmitteln (und deren Weitervergabe in Form von Krediten) wesentliche effektiver agieren als die Banken in
Westeuropa“, sagt Alihan Karadagoglu, Credit Research Analyst bei der Erste Group.
In diesen auf den Finanzmärkten turbulenten Zeiten suchen die Anleger nach
einem sicheren Hafen. „Wenn wir uns die Performance von manchen Euro-denominierten Anleihen aus defensiven Branchen wie Telekoms und
Versorger in CEE (inkl. Österreich) anschauen, so übertreffen diese ihre Branchenindizes seit Mitte September. Speziell Papiere mit kurzen Laufzeiten
stechen mit positiven Ertragsziffern hervor. Dies lässt sich durch die gegenwärtigen Marktbedingungen erklären: Die Investoren begrenzen das
Durationsrisiko indem sie kurzfristige Papiere bevorzugen”, betont Karadagoglu.
Zahltag 2009 - neuer Showdown in CEE?
Auch auf dem Primärmarkt zeigen die Emittenten eine Vorliebe für kurze
Laufzeiten; damit vermeiden sie die Belastung durch die (durchschnittlich) hohen Refinanzierungskosten über viele Jahre. Die neuen Emissionen müssen
attraktive Preise aufweisen. Daher ist – aufgrund der hohen Spreads der neuen Eurobonds – in manchen Fällen auf dem Sekundärmarkt mit einer
Neubewertung bestehender Anleihen zu rechnen. Es wird ein hohes Volumen ausstehender Fälligkeiten von CEE-Unternehmens- und Bankanleihen im Jahr
2009 geben. Das ausstehende Volumen mit Laufzeiten bis Ende 2008 beläuft sich auf rund EUR 1.283 Mio. für Unternehmensanleihen (davon entfällt ein
großer Teil auf die polnische Telekom TPSA) und EUR 2.136 Mio. für Bankanleihen.
In den nächsten Monaten dürften die Kreditmärkte weitgehend "geschlossen"
bleiben. „In Anbetracht dieser Situation (hohe Credit Spreads) gehen wir davon aus, dass die Unternehmen ihre Schulden 2008 hauptsächlich aus dem Cashflow
und mit Bankkrediten bedienen werden. Allerdings werden die Banken bei der Kreditvergabe auch in CEE selektiver vorgehen und höhere Risikoprämien verlangen“, schließt Karadagoglu.
Wo investtiert die Erste selbst? „Wir bevorzugen vor allem CEE-Eurobonds von
Emittenten aus defensiven Branchen – Telecoms und Versorger – die generell stabile Cashflows erwirtschaften und ein günstigeres Risiko-Ertragsprofil
aufweisen als ihre westeuropäischen Vergleichsunternehmen”, so die Zusammenfassung von Alihan Karadagoglu, Credit Analyst bei der Erste Group.
Quelle, Foto: Erste Bank Group
(c) Pester Lloyd
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