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Ausgabe 18 / 2009
29. April - 5. Mai

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(c) Pester Lloyd / Nr. 45 - 2008 WIRTSCHAFT 03.11.2008
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Gläserner Bankkunde?

Die Regierung in Ungarn will eine Kreditdatenbank für "gute" und "schlechte" Kunden

Eine Folge der Finanzkrise ist die Erhöhung der Restriktionen gegenüber Kreditnehmern. Diese machen zwar einen Großteil des Geschäftes der Finanzinstitute aus, müssen aber in Zeiten der Geldverknappung aufgrund von Vertrauensverlusten der Banken untereinander die Zeche in Form von höheren Zinsen und Sicherheiten zahlen. Besonders für Selbständige, Kleinunternehmer und Mittelständler wird die Geldbeschaffung immer mehr zum Spiessroutenlauf.

Die Regierung plant nun eine Kreditdatenbank einzurichten und gesetzlich ab 1. Mai 2009 zu verankern, die nicht nur - wie in der EU üblich - faule Kredite und insolvente Kunden verzeichnet, sondern alle Kreditnehmer auflistet. Diese Datenbank soll, nach den Worten von Regierungssprecherin Bernadett Budai das bisherige Zentrale Kreditregister (KHR) ergänzen. Bisher werden im KHR nur die Namen und Kreditgeschichte von Schuldnern vermerkt, die ihren Verpflichtungen länger als 90 Tage nicht nachgekommen sind. Nun soll in einer Art "positiven Kreditnehmerliste" alle Kreditnehmer, dazu die Stammdaten, die Höhe der Kredite und der Rückzahlungsraten verzeichnet werden. "Damit sollen Banken auch die Möglichkeit bekommen, ihre Kunden rechtzeitig vor einer Überschuldung zu warnen.", meinte Budai. Außerdem würde die Vergabe von Krediten - für Solvente und sog. "gute Schuldner" deutlich verkürzt und vereinfacht werden.", fügte sie hinzu.

Datenschutzbedenken liess sie nicht gelten, es soll die Möglichkeit der Freiwilligkeit gegeben sein. D.h. Bankkunden können, wenn sie keine Informationen preisgeben wollten, einen Eintrag in die Liste verhindern, müssten dann aber evtl. mit Ristriktionen bei erneuten Kreditvergaben rechnen, da die Transparenz für die Banken nicht so gegeben sei, wie bei Kunden in der Datenbank. Pläne für eine solche Überwachungsdatenbank gibt es bereits seit vier Jahren, doch führten Uneinigkeiten mit der Bankwirtschaft und datenrechtliche Bedenken bisher zu keinem Ergebnis.

 

 

(c) Pester Lloyd

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