Gegründet 1854

Nachrichten aus Budapest und Ungarn

kontakt suche
e-paper
abo

Informationen aus Ungarn und Osteuropa - Abonnieren Sie einen Informationsvorsprung - Abonnieren Sie den Pester Lloyd! HIER

Ausgabe 18 / 2009
29. April - 5. Mai

POLITIK
WIRTSCHAFT
FEUILLETON
BUDAPEST
OSTEUROPA
WIEN
PRINTABO
e-paper
ANZEIGEN
Anzeigen
online
Bücher
PL-Chronik

über uns 

english 

magyar

gästebuch
chat

IMPRESSUM

 impressum

 

(c) Pester Lloyd / Nr. 46 - 2008 WIRTSCHAFT 11.11.2008
_______________________________________________________

 

Masse vor Klasse

Supermärkte in Ungarn im Test

Ein Besuch bei den wichtigsten Lebensmittel-Ketten im Großraum Budapest bringt ernüchternde Ergebnisse: Es herrscht   Selbstzufriedenheit, man gibt sich mit Masse statt Klasse zufrieden und unterschätzt 19 Jahre nach der Öffnung des Landes immer noch das Qualitätsbewusstsein der Ungarn und der hier lebenden Ausländer. Testsieger: ALDI

Wir haben uns auf den Weg durch ein paar Supermärkte gemacht, um uns einmal mehr über Vielfalt und Präsentation des Angebotes zu informieren. Hier der ungeschönte Erlebnisbericht:

Aktion oder Kompost? - Nicht immer klar zu beantworten. Foto: Pester Lloyd

Im CORA , Budakalász, wurde der Kunde am 27. Oktober zunächst mit „Lächelwochen“ verwöhnt: Im ersten Regal linkerhand lächeln dann auch Ketchup-Plastik-Flaschen, Senfbüchsen und die ewig gleichen Spaghettisaucen sowie Knabbersticks herüber, – denn bis an die Regale gehen die Kunden für diese Waren kaum, trotz der paar Forint Preisnachlass. Rechterhand verstellt palettenweise Kristallzucker den Weg, obwohl die Einkochzeit eigentlich vorbei ist.

Hinten die Cora-Bäckerei und wie immer – Berge von Weißgebäck aus der eigenen Backstube. Diese hat noch keinen Kursus für gesundes, schmackhaftes Körnermischbrot absolviert. Dafür liegen in den Regalen mit verpackter Ware „Ciabatta“ und „Bagett“ genannte Brötchen der Firma Ceres Sütô aus Gyôr. Weiß der Himmel, woher die Rezepte stammen, aus Italien oder Frankreich jedenfalls nicht. Auch aufgebacken bleibt nur ein grauer, krümelnder Mehlkloß übrig. Weiter zum Gemüse: Montags – ein aufgeräumter Eindruck, schließlich stören da die Kunden nicht so, die beim Heraussuchen der ansehnlichen Objekte Unordnung verursachen.

Mandarinen von Daumennagelgröße bis normal – alle braunfleckig für 299 Ft./kg. Die Äpfel in Beuteln wirken zumindest unbefleckt, die losen sind von minderer Qualität. Am Sonderstand „Exoten“ nichts Exotisches, aber der Ingwer in Ministückchen schämt sich total ausgetrocknet, wird aber zum Vollpreis angeboten. Der grüne Spitzkohl hat bräunliche Spitzen. Immerhin einigermaßen frisch wirken die Packungen mit Feld- und Rukkolasalat.

Pilze? Nur Champions als gequälte Kellerkinder oder getrocknete vom letzten Jahr. Wo sind nur Ungarns Steinpilze, Maronen, Pfifferlinge? (Selbst die wenigen Várgányi-/Steinpilze für den Kilopreis von 3.500 Ft./14 Euro auf dem Wochenmarkt in Békásmegyer sehen nur so aus, schmecken und riechen aber nach nichts!).

Der Fischstand sieht sauber aus. Hauptsächlich Karpfenköpfe auf Eis schauen pfeifend zum Himmel. Also Karpfen und Wels, und auf der Seefischseite: Zuchtlachs und ein paar traurige Filets von Irgendwas. Hoffnung am Wochenende: Pangasiusfilet, lecker, aber es fehlt dennoch an den internationalen Standards: zum Beispiel frische Doraden, Steinbutt, Scholle und Teufelsfisch. Bei den Räucherfischen: Makrelen und salziger Hering liegen traurig in ihren Folien. Matjes nach Matjesart wie immer.

Am Fleischstand scheint seit Samstag keine Bewegung gewesen zu sein, das abgepackte Schweinehack möchte man lieber nicht analysiert wissen. An der Fleischtheke rühren zwei Mitarbeiter mit Gummihandschuhen im Geflügel herum, um es in geordnete Verhältnisse zu schieben. Von wirklicher Präsentation keine Rede. Dafür einige farbige, marinierte Fleischstückchenberge für den schnellen Bratprozess. Man weiß nicht, welche „akció“ das gerade wieder sein soll.

An manchen Kühltruhen stand am Wochenende an jedem Artikel „akció“. Frische Rinderzunge war nicht zu bekommen, aber im Regal liegen geräucherte (1 kg für läppische 3.500 Ft.), das heißt im Vergleich zum moderaten Frischpreis extrem überhöht und meist übersalzen. Regalstraßen voller Parizsi (eine der Lieblingswürste der Ungarn); nur gut dass das die Pariser nicht erfahren, denn in Paris gäbe es für solch Angebot in „ihrem“ französischen CORA bestimmt eine neue Revolution. Die Käsetheke ist trotz einiger ausländischer Käse, die wegen des hohen Preises zu lange herumliegen, nach wie vor keine Verführung: gut die frischen Oliven und der lose Schafskäse. Käsesorten im Kühlregal vor den Kassen ungarisch dominiert, international gut nur der französische Frischziegenkäse oder der Blauschimmel. Wildfleisch? Nur im Tiefkühler. Die guten Stücke, für einen ansehnlichen Braten viel zu klein. (Auf zur großen Markthalle an der Szabadság híd, dort war allemal ein besseres Wildangebot, inklusive Wachteln und Wildentenkeulen im Keller – gleich neben den Fischen – erhältlich.)

Am 28. Oktober wurden in der METRO , Budakalász, schon mal die bunten Glanzgirlanden aufgehängt, die in Ungarn meist das Baumlametta ersetzen. Kunstweihnachtsbäume standen schon ein paar Wochen früher in Reih und Glied gleich im Eintrittsbereich. Konsequent ist man auch im Kassenbereich, wo schon Weihnachtsmänner, Pfefferkuchen, Milka- und Lindt-Regale mit Schokoartikeln gut gefüllt sind. Kein Mensch denkt jetzt schon ans Einkaufen solcher, immer gleicher Waren und bis Weihnachten kann man das Zeug nicht mehr sehen.

Warum denken Marketingexperten bei all dem Überfluss in Zeiten von Finanzkrisen und Kaufkraftreduzierung nicht mal über eine Verknappungsstrategie nach. Die Kunden sollen ängstlich werden, nichts mehr für Weihnachten zu finden und dann plötzlich Glitzerberge nach dem 1. Advent! Ein Glücksrausch… Warum das nicht geht? Weil das nicht funktioniert. Wenn einer damit anfinge, freuten sich die anderen über die vereinzelten Frühkäufer…

Zurück zur METRO, wo man Vieles nur in der Großpackung kauft. Die Rabatte scheinen für dieses Opfer zu gering. Immerhin gibt’s Vielfalt ohne besondere Überraschungen. Gut und berechenbar der Kühlraum fürs frische Fleisch, appetitlich verpackt von Geflügel bis Rindfleisch, auch Steak, aber nicht genügend abgehangen, weil das die ungarischen Gesetze aus dem 19. Jahrhundert nach wie vor verbieten. Man bleibt dabei mit gleicher Konsequenz wie die Muslime mit ihrem Schweinverbot, obwohl heutzutage alle hygienischen Voraussetzungen ausreichend vorhanden sind. Als ob Argentinien nicht auch ein warmes Land wäre… Im Tiefkühler vor der Kühlkammer immerhin importierte, portionierte Lamm-, Schweine-, Rinder- und Straußensteaks zu ca. 7,50 Euro, die man bei Aldi in Deutschland für 5,99 Euro bekommt. Die Wildtruhe ist reichlicher bestückt, auch mal mit einem „Mezônyul“, der wie Wildhase aussieht, aber auch eine Züchtung sein dürfte – schmackhaft.

Die Fleischtheke nach wie vor eine unansehnliche Katastrophe mit einer sehr desinteressierten „Bedienung“. Rindfleisch und Leber sehen eingetrocknet aus und bei Kritik entgleisen die Gesichtszüge des Personals. Es fehlen jetzt (!) schon die knubbligen, tiefgefrorenen Steinpilze, die zu portionieren sind. Dafür gibt’s ein kleingeschnippeltes Waldpilzgemisch, was beim Braten unansehnlich wird. Pilze im Glas oder der Konserve wurden nicht gesichtet, bedürfen vielleicht im Herbst einer schönen Präsentation, wie anderes auch.

Der Fischstand zeigt Reichlicheres als im Cora, aber einige Fische wirken alles andere als frisch. Am 28. Oktober um die Mittagszeit sah der frische Thunfisch dunkelbraun aus, wer soll da Kauflust bekommen? Die Verkäufer sind hier freundlich, aber irgendwie spürt man, dass sie nicht selbst an solche Genüsse gewöhnt sind. Frische Zuchtpilze im Gemüseabteil, Austernpilze und Champis, sonst nichts. Allerdings gibt es mehr kleinteilige Edelgemüse wie Zuckerschoten, Minikohl und -möhrchen, manchmal eingeflogener Spargel. Bei Nüssen, Rosinen, Mandeln und Co. fehlen Wallnüsse, die in Ungarn viel verarbeitet werden (Beigli). Hier ist eine enormer Verteuerungsprozess eingetreten.

Am langweiligsten nach wie vor die Brotabteilung. Das Baguette ist nur sehr frisch essbar, später krümelig, nicht elastisch wie das französische. Körner-, Schwarz- und Graubrot mit Sauerteig nicht zu bekommen, nur eingefärbtes Roggenbrot. Verpacktes Dauer-Schwarzbrot oft nicht mehr ansehnlich. Hier stößt man auch immer wieder auf eine Unsitte, die die Kunden sicher vor den Gabelstaplern schützen soll: Während der Haupteinkaufszeit werden ganze Gänge von beiden Seiten mit Ketten abgeriegelt, damit die Kunden die Mitarbeiter nicht beim Einräumen stören…

AUCHAN, Aquincum: Von den Kunden gut angenommen werden die im Eingangsbereich hinter der Kasse aufgetürmten Sonderangebote aller Couleur, beispielsweise Sonderposten Textilien, viel Ramsch dabei, oder jetzt zum 1. November Blumen, Gestecke –wohlfeil – aber vielleicht fände sich doch zwischendurch ein Kollege, der mal gießt und ordnet.

Die Fleischtruhen am Freitag, den 31. Oktober waren lückenhaft und uninteressant. In der langen Kühltheke lag beim „Nyúl/Kaninchen“ Schweineleber neben Parcal/Pansen, weil gleich daneben Innereien angezeigt sind. Rindfleisch fast nur kleinteilig, also für deutsche Rinderrouladen nicht nutzbar. Pörkölt-Fleisch zu winzig geschnitten, um wirklich einen ansehnlichen Goulasch zu köcheln, offensichtlich aus Restfleisch hergestellt.

Kilometerweit Schweinefleisch von mager bis sehr fett. Kein Kalbfleisch, kein frisches Wild, kein Mezônyúl/ Wildhase – aber auch kein zahmer. Das abgepackte Gehackte allerdings viel frischer aussehend als im Cora und in verschiedenen Qualitäten bis Rindertatar. Hühnerfleisch im Extraregal, nicht schön präsentiert. Die Geflügelleber bis 2. November haltbar – aber jetzt schon grau und unansehnlich.

Macht eigentlich ein Chef oder Hygienemitarbeiter hier mal einen Durchgang? Der Fischstand wie immer – nur lebende und tote Karpfen. Kein frischer Seefisch..., und das in einer französischen Kette! Aufklärende Aktionen über die ungesättigten Fettsäuren im Seefisch – deshalb so gesund! – Fehlanzeige! Der Stand mit Frischgebratenem, Geflügel und Würsten, nicht einladend aber nahezu überquellend. Könnten doch die Mitarbeiter das mal im Wiener Prater oder auf dem Oktoberfest sehen.

Ungarische Kunden nehmen das dennoch an. Sichtbare Lücken im Käsekühlregal. Dort auch ausländischer Käse. Trotz mancher Unansehnlichkeit kaum Rabatte. Große Gemüseabteilung, keine besonderen Angebote wie etwa frische Zucht-Edel- Pilze, dafür kilometerweit Zwiebeln und Kartoffeln, immerhin kandierte Trockenfrüchte. Brotabteilung im Fertigpackregal vielfältiger als im Cora. In der Hausbäckerei ebenfalls keine Körner- und Sauerteigbrote, außer einem verschämten Rundbrot und einigen ganz leckeren, braunen Körnerkipfeln. Das Auchan vermeidet tunlichst jeden französischen Charme.

TESCO, Budaörs : Riesenangebot ohne wirkliche Hightlights. Im Foyerbereich vor den Kassen: Das beste ist die Post für die schnelle Überweisung, ansonsten viel Tinnef und ein großes Schnellrestaurant-Areal. Die großen Namen sind das Berechenbarste. Die Gyrostasche mit Hühnerfleisch nicht zu empfehlen, trockengedrehtes Fleisch und tropfende Saucen, der grüne Salat mit braunen Rändern. Die Tische dort am Freitag, 31. Oktober übervoll. Die Ungarn dort schlingen – zu meist überhöhten Preisen (890 Ft. überbackenes Fleisch ohne Beilagen, bis zu 1.390 Ft.) – immer noch alles in sich hinein. Kein Wunder, dass viele, meist Anspruchsvollere und Junge, lieber zu IKEA gehen.

Direkt hinter der Kasse „Akció“ mit dem Titel „Wir helfen ihnen täglich sparen“, soll heißen: palettenweise Mehl, Zucker – Normaltristesse als Sensation. Im Hinterbereich wieder ein Frische-Restaurant, das Café ohne einladendes Ambiente – also leer. An der Fleischtheke wieder Berge vom Schwein, viel sehr Fettiges abgepackt und Geflügel. Im Tesco findet man, bedingt durch mehr Platz, eine größere Auswahl an Oliven in Gläsern, Savayúság (Sauereingelegtes), aber keine Anregungen für interessantes Kochen. Nur Masse. Ebenso bei allen anderen Angeboten, die man ebenso auf Wochenmärkten findet wie beispielsweise bei Kleidung und Schuhen. Dazu Kleinmöbel, Elektroartikel, Chemie und auch schon Weihnachtliches, aber ohne Nötigung, züchtig noch in den Regalen.

ALDI, Piliscsaba , versteht sich als Discounter mit Qualität. Inzwischen ergaben Untersuchungen in Deutschland, dass jeder der großen Märkte in den preiswertesten Segmenten mit ALDI mithalten kann. ALDI punktet gerade auch in Ungarn – das vorweg mit den importierten Fertigwaren. Im Eintrittsbereich linkerhand Kaffeesorten von mild bis würzig – Qualität/Preis empfehlenswert. Dazu die Dauergebäcke wie Kekse, Waffeln, Mandelhörnchen, Elisen, Schokokekse, Weihnachtsgebäck aus Nürnberg sehr schmackhaft, ebenso Pralinen, Nougat, Marzipan, alles ungarische Produkte, nicht zu toppen. Tees, insbesondere Kräutertees, Schokoladen und Süßwaren – wieder Preis/Leistung etwa im Vergleich zu den überteuerten Angeboten bei CBA – ungeschlagen.

Nachteil bei Aldi: keine Frischfleischtheke, aber abgepackte Frischware in der Kühltruhe appetitlich, zum mitnehmen und schnellem Verbrauch, Geflügel, Schwein und Rindfleisch. Ein Nachteil zu METRO, es gibt bei Aldi in Ungarn leider nicht die importierten Kleinpackungen tiefgefrorener Rinder-, Lamm-, Schweine- und Straußenfilets in den Portionspackungen für 5,99 Euro wie in Deutschland oder in Österreich bei Hofer (ALDI), dafür viel Paniertes in Varianten, Pizzen und Süßkram, der aber in großer Vielfalt und westeuropäischen Richtungen.

Das Wurstangebot – mit Ausnahme von Tiroler/Schwarzwälder Schinken, skandinavischer Lachs – fast alles ungarische Waren: Salami in Scheiben und im Ganzen, Parizsi wie bekannt und in Massen. Leider hier keine geräucherten Aale, keine geräucherte Schweinefilets, keine Blut-, Tee-, Mett- oder Leberwurst im Naturdarm. Es könnte ja sein, der Ungar will auch mal was anderes probieren…! Auf den Tischen mit Saisonangeboten dafür Fertig-Frisch-Teig für Lebkuchen und Mürbeteig für Weihnachtsgebäck, Backzutaten zu guten Preisen, zum Beispiel gemahlener Mohn, Wallnüsse, Kürbiskerne. Sehr preiswert war der 12er Pack an Vanillezucker zu 79 Ft. Der Markt mit Frischblumen an der Kasse und (schon) Weihnachtssternen sehr sauber, gut gegliedert und geordnet.

Beim Frischgemüseangebot war nichts Besonderes dabei, praktisch eventuell der abgepackte Porree und die knackigen Weintrauben. Angenehm: gut gereifte, nicht angedrückte Mangos und Avocados. Gut die Auswahl an Tiefkühlfisch: Von Schollenfilets, Lachs, Pangasius bis Zander.

Fazit: Die Leitungen der meisten Supermärkte in Ungarn geben sich mit hiesigem Mittelmaß zufrieden. Es bleibt dem Kunden nichts anderes übrig, bestimmte Produkte aus verschiedenen Märkten heranzuholen und die ungarischen Wochenmärkte sowie die große Markthalle zu nutzen, will man qualitätsvolle Vielfalt.

Es gilt wie bei der letzten Stichprobe des PESTER LOYD in den großen Einkaufszentren vor einem Dreivierteljahr: die Produktangebote sind nicht annähernd in gleicher Vielfalt, in der Qualität der Präsentation und in den Saisonsegmenten vorhanden wie in den westlichen Nachbarländern.

Mit Ausnahme der aus Ungarn stammenden Frischeangebote bei Fleisch und Gemüse sind viele importierte Produkte hier deutlich teurer und weisen zwischen den Ketten enorme Unterschiede auf. So kostete das 250g-Stück Markenbutter bei ALDI 329, die französische Markenbutter bei METRO 478 und die Bayerische Bauernbutter bei CBA 890 Forint. Alles gute Qualität und mit keiner Butter aus Ungarn geschmacklich vergleichbar, sehr viel schmackhafter beim Kochen und Backen.

Und das ist es, woran die Supershows in den Märkten kranken: man gibt sich mit Masse statt Klasse zufrieden und unterschätzt 19 Jahre nach der Öffnung des Landes noch immer das Qualitätsbewusstsein der Ungarn und die Kaufkraft der hier lebenden Ausländer. Schuld daran sind vermutlich das geringe Verwurzeltsein der ausländischen Geschäftsführer im Land und das geringe Interesse der ungarischen Leiter an den Erfahrungen der Kollegen über den Grenzen nach Deutschland und Österreich. Und natürlich unbegründete Selbstzufriedenheit!

Die normalen Mitarbeiter in den Märkten kennen kaum die Vielfalt an Back-, Wurst- und Fleischwaren in Österreich oder Deutschland oder gar die Fischtheken im Elsass. Anstelle von Feuerwerken beim CORA-Fest sollten Mitarbeiterreisen zu den Nachbarn mit Showpräsentationen organisiert werden. Keine Lehrausbildung als Verkäufer ohne Praktika im Ausland! Oder sind die Mitarbeiter hier nur angelernt, um Lohnkosten zu sparen?!

Eveline Figura

 

(c) Pester Lloyd

IHRE MEINUNG IST GEFRAGT - KOMMENTAR ABGEBEN