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(c) Pester Lloyd / Nr. 46 - 2008 WIRTSCHAFT 14.11.2008
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Egis kennt keine Krise
Krise hin oder her, das börsennotierte ungarische Pharmaunternehmen Egis sieht überall nur Wachstum und will kräftig in Russland und die Türkei investieren.
“Wir haben das nötige Kleingeld und sind für lohnende Akquisitionen offen”,
diese anachronistische Äußerung traf der Finanzchef des Konzerns László Marosffy auf einer Quartalspressekonferenz vergangene Woche in Budapest.
“Wir wollen unsere Fabriken dort haben, wo wir agieren und verkaufen."" Und sei es auch außerhalb der EU: der Nachteil eines wackeligeren Patentrechtes
sei schließlich nur ein Aspekt für eine Investition, sagte Marosffy.
Mit 5,88 Mrd. HUF (22,5 Mio EUR), also einem Wachstum von 137% beim nicht
konsolidierten Betriebsergebnis für das 4. Quartal (zum Vorjahr) schlug Egis sogar die relativ hoch fliegenden Erwartungen einschlägiger Branchenanalysten und
bestätigte, warum es immer wieder auf den Kaufempfehlungen der CEE-"Experten" auftaucht. Der Inlandsmarkt ging leicht, um 4%, zurück, was Egis aber im nächsten Jahr
weitgehend auszugleichen hofft, auch durch die EInführung von fünf neuen Medikamenten, davon drei eigenen sowie zwei lizenzierten. Auch die Senkung der
Produktionskosten um 6% trugen beachtlich zu dem guten Ergebnis bei.
Rund 10% Wachstum traut sich das Unternehmen in Russland für 2009 zu, in
Polen, dem größten Exportmarkt des Unternehmens in CEE sollen es gar 20% Plus werden. Aufgrund dieser sonnigen Aussichten hat auch Mehrheitsaktionär,
die französische Servier-Gruppe nichts dagegen, an der bisherigen Dividendenpolitik (120 HUF/Aktie) nichts zu ändern. Dies wäre auch ein fataler
Fehler, denn mit den Aktien der Budapest Stock Exchange lässt sich derzeit ausschließlich über Dividenden verdienen. Egis fiel denn zwar immerhin nur
halb so stark wie der Gesamtmarkt, hat aber allen Grund, die Anleger bei der Stange zu halten.
Und so ist denn eine sorglose scheinende Investition in einen Zukunftsmarkt
vielleicht das gesündeste Rezept, der Krise zu trotzen, schlimmer kann es an der Börse ja kaum noch kommen. In den nächsten Jahren sollen 15-20 Mio EUR
in die Türkei investiert werden, darauf hoffend, dass die rund 50 Verkäufer am Bosporus mittelfristig daraus 50 Mio machen. In Russland werden derzeit
rund 30, in Polen um 20 Mio EUR jährlich umgesetzt.
(c) Pester Lloyd
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