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(c) Pester Lloyd / Nr. 05 - 2009 GESELLSCHAFT 28.01.2009 _______________________________________________________
Wie ticken Frau und Herr Szabó?
Das Median-Institut untersuchte zu Jahresende für Népszabadság vieles davon, was die Ungarn tun, denken, fühlen. Eine Auswahl aus den Ergebnissen:
Leben und Jenseits
Sowohl anno 1982 als auch zehn Jahre später, 1992, stellte der „Frieden“ die
Priorität der Magyaren dar. Seitdem rangiert „familiäre Sicherheit“ an erster Stelle, gefolgt von „Glück“, „Wohlstand“, „Frieden“ und „innerer Harmonie“.
„Wahre Liebe“ steht an siebenter, „Freiheit“ an zwölfter, „Seligkeit“ an 16. Stelle.
56 Prozent der Befragten glauben an die Existenz eines Gottes, 42 Prozent an
ein Jenseits. Gleichzeitig bewegt sich die Zahl der Nichtgläubigen je nach Altersgruppe zwischen 15 und 42 Prozent, wobei der Glaube mit dem Alter
stärker wird. Nur elf Prozent erklärten, dass sie den Lehren ihrer Kirche folgen. Etwa jeder zweite der Gläubigen ist „auf seine Weise“ religiös. Diese
Menschen besuchen nur anlässlich großer Feiertage die Kirche, die Zahl der regelmäßigen Kirchgänger liegt ebenfalls bei elf Prozent.
Auf die Frage, was am meisten befürchtet wird, nannten 45 Prozent die
zunehmende Kriminalität. 33 Prozent befürchten die Verschärfung der Krisen, 26 Prozent einen Weltkrieg, 24 Prozent eine ökologische Katastrophe, 18
Prozent das Verschwinden moralischer Werte. Doch nur zehn Prozent befürchten das Verschwinden von Freiheit, zwei Prozent haben Angst vor dem
islamistischen Fundamentalismus und ein Prozent befürchtet eine Wiederkehr des Kommunismus.
Entgegen anderslautender Erkenntnisse hält die Mehrheit der Ungarn ihren
Gesundheitszustand für gar nicht so schlecht. Neun Prozent bezeichneten diesen sogar als „ausgezeichnet“, 42 Prozent als „gut“, 35 Prozent als
„mittelmäßig“ und nur elf Prozent als schlecht. Die Mehrheit rechnet mit einem verhältnismäßig langen Leben: 33 Prozent zwischen 71 und 80 Jahren,
28 Prozent zwischen 61 und 70 Jahren. 18 Prozent gehen davon aus, dass sie sogar 80 bis 90 Jahre alt werden.
Mehr Sport, viel Sex
Dementsprechend hat sich die sportliche Tätigkeit der Magyaren seit der
Wende verstärkt. 40 Prozent der Befragten gaben an, sich zumindest ein bis zweimal pro Woche intensiv zu bewegen. 22 Prozent treiben täglich Sport, 17 Prozent drei- bis viermal in der Woche.
Die große Mehrheit gab Radfahren als Lieblingssport an, nur weniger als zehn
Prozent joggen. Im – ehemaligen – Fußballland Ungarn ist auch diese Sportart auf dem Rückzug: Bei den unter 30-jährigen kicken nur 20 Prozent.
Trendsportarten wie Skifahren, Tennis oder Tauchen haben noch viel weniger Anhänger – vermutlich vor allem aus finanziellen Gründen.
Der Durchschnittsungar hat 7,7 Freunde . 79 Prozent von ihnen sind mit ihrem
Sexualleben zufrieden. Die Zahlen hinter der letzteren Frage: 19 Prozent praktizieren körperliche Liebe einmal in der Woche, fast jeder Dritte
mehrmals –13 Prozent hingegen nur gelegentlich und 16 Prozent überhaupt nicht. Immerhin schlafen 84 Prozent der Paare im gemeinsamen Bett. 27
Prozent der Männer und zehn Prozent der Frauen gaben an, ihren gegenwärtigen Partner schon betrogen zu haben. Überraschend, dass fast ein
Drittel sich mehr oder weniger oft Pornos ansieht, während nur 38 Prozent das nie tun.
Wenige lesen – mehr trinken
Zu den drei populärsten Bücher gehören auf Platz eins ein ungarischer
historischer Roman über die Türkenkriege, Gárdonyis „Egri csillagok“ (Sterne von Eger), gefolgt von Harry Potter sowie „Vom Winde verweht“. Neben
verschiedenen Krimis und Lektüre aus dem In- und Ausland tauchen letztlich auch Márquez, Tolstoi, Hemingway und Imre Kertész in der Gruppe der 20
populärsten Autoren auf. Demgegenüber gab ein Drittel zu, nie Bücher zu lesen, weitere 27 Prozent tun das nur selten, zehn Prozent täglich.
Und wer es doch tut, nimmt in der Mehrheit der Fälle ein Fachbuch, nicht aber
Belletristik in die Hand. Die beliebteste Freizeitbeschäftigung ist das Zusammensein mit Freunden und Verwandten. An zweiter Stelle steht Fernsehen.
Zwar konnten zehn Prozent der Ungarn im Vorjahr ihren Urlaub im Ausland
verbringen, trotzdem sind ihre Sprachkenntnisse weiterhin sehr schwach. Nur durchschnittlich ein Viertel der Ungarn kann sich einer Fremdsprache bedienen
– wobei bei den 18- bis 24-jährigen dieser Anteil immerhin bei 69 Prozent liegt. 16 Prozent gaben Englisch-, 13 Prozent Deutschkenntnisse an. Die
romanischen Sprachen und Russisch verstehen nur je zwei bis drei Prozent.
Der durchschnittliche monatliche Weinkonsum der Magyaren betrug im Vorjahr
2,3 Liter – wobei 50 Prozent Rotwein und 33 Prozent Weißwein bevorzugen. An Bier werden im Durchschnitt 2,9 Liter pro Monat konsumiert, dazu kommen
0,4 Liter Schnaps. Zwar ist Alkoholismus in Ungarn weit verbreitet, doch gaben zwei Drittel der Befragten an, nie „pálinka“ zu genießen. Ein Drittel trinkt nie
– weder Wein, noch Bier noch Sekt.
(c) Pester Lloyd
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