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Ausgabe 18 / 2009
29. April - 5. Mai

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(c) Pester Lloyd / Nr. 06 - 2009 WIRTSCHAFT 04.02.2009
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Supermarkttest Teil III

Na also, es geht doch!

SPAR-, CITY- und INTERSPAR-Märkte auch in Ungarn mit Qualität

Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass die Ungarnbewohner, die aus dem deutschsprachigem Raum kommen, ziemlich unzufrieden mit den Supermärkten hierzulande sind. Das liegt daran, dass ihnen die gleichnamigen Einrichtungen in Österreich, Deutschland (METRO, SPAR, LIDL, ALDI/Hofer, Kaiser’s u.a.) der Schweiz, GB (Tesco) oder Frankreichs (Cora, Auchan) in Ungarn wie verwünscht vorkommen. Die Schönen als Biester! Das betrifft, wie bereits mehrfach in dieser Zeitung geschildert (zuletzt PL Nr. 4/2009), vor allem die Breite der Angebote, die Qualität und Hygiene der Frischsegmente sowie deren Präsentation. Vor allem jedoch Kompetenz und Freundlichkeit des Personals.

Die Kritik bezog und bezieht sich nicht auf gelegentlich offene Wünsche von Kunden, die international informiert sind, oder auf die so genannten „Verwöhnten“, sondern vielmehr auf grundlegende, aber von den meisten Ungarn hingenommene deutliche Qualitätsmängel. Heute möchten wir Ihnen aber mal ein paar positive Beispiele vorstellen: Gemeint sind die Märkte der SPARGruppe, die als INTERSPAR, CITYSPAR oder SPAR-Märkte landesweit anzutreffen sind.

Wir besuchten zunächst den INTERSPAR an der Bécsi út (im Euro-Center): Der Markt selbst wirkt großzügig, sauber und organisiert. Am Eingang empfängt eine Gemüseabteilung mit System: aufgeräumt, geordnet, symmetrisch. Kühltruhen mit appetitlichen Frischeangeboten: Fertigsalaten, Obstsalaten, Frischobst als Fingerfood und einladend in durchsichtigen Plastikboxen verpackt. Sonderangebot: ein Eimer Orangen zum selbst Aussuchen (6,5 kg zu 990 HUF). Als Nächstes fällt das breite Backwarensortiment auf. Helle und dunkle, mit und ohne Körner behaftete Brötchen aus dem eigenen Ofen, frisch und übersichtlich sortiert auch die Fertigbackwaren. Das soll nicht heißen, dass bei dunkleren, gesünderen Broten nicht noch Wünsche offen bleiben...

Supermarkttest Teil II

Geschäftsführer im Skiurlaub?

Die Leere nach dem Fest - Essen fassen in Ungarn, Supermarkttest Teil 2

Kurz vor Weihnachten testete der Pester Lloyd eine Reihe führender Lebensmittelmärkte in Budapest und Umgebung. Die Ergebnisse trafen auf großes Interesse und hohen Zuspruch bei unseren Lesern. Ob die Manager der besuchten Märkte den Artikel nicht nur gelesen, sondern auch Konsequenzen gezogen haben, überprüfte unsere Reporterin...

ZUM  BEITRAG

Supermarkttest Teil I

Masse vor Klasse

Supermärkte in und um Budapest im Test

Ein Besuch bei den wichtigsten Lebensmittel-Ketten im Großraum Budapest bringt ernüchternde Ergebnisse: Es herrscht  Selbstzufriedenheit, man gibt sich mit Masse statt Klasse zufrieden und unterschätzt 19 Jahre nach der Öffnung des Landes immer noch das Qualitätsbewusstsein der Ungarn und der hier lebenden Ausländer. Testsieger: ALDI

ZUM  BEITRAG

Der nächste, wirklich angenehme Blick fällt auf die Fleischtheke. Ein freundlicher, nicht mehr ganz junger, anscheinend erfahrener Verkäufer bedient, adrett bis in die Handschuhe, und empfiehlt auch noch etwas zusätzlich. Die Ware ist nicht – wie in anderen Hallen – haufenweise ausgelegt, aber dennoch reichlich und vielfältig in frischer Farbe und gerade aufgeschnitten. Daher findet der Kunde die Möglichkeit zu wählen und wirklich für mehrere Gelegenheiten vorzuplanen. Die Wursttheke war über die (ungarischen) Maßen vielfältig und die vielen verschiedenen Kochschinkensorten allesamt rosa. Daneben eine sehenswerte Käsetheke, zum Wegnehmen portioniert, also ohne zeitraubendes Anstehen, viel Ausländisches neben nicht schlechter dargebotenen ungarischen Produkten.

Noch nicht überall Standard, aber hier: die TCHIBO-Ecke mit frischen, aromatischen Kaffees, den Pads für die kleinen Espresso-Maschinen und den vielen kleinen Ideen für Küche und Körper. Das Angebot reicht eigentlich, denn die Tchibo-Filialen kommen sowieso ihren Originalen in Österreich und Deutschland hier nicht hinterher: Aus dem Slogan „Jede Woche eine neue Welt“ ist hier „Alle zwei Wochen eine neue Welt“ geworden. Unsere Kritik am Bedienkomfort im TCHIBO–MOM hat übrigens gefruchtet. Letzte Woche waren dort drei Verkaufskräfte hinterm Pult aktiv und freundlich bei der Sache. Hoffentlich hält das so an! – schon allein deswegen, weil es dort so gut nach Kaffee duftet...

Positiv bei SPAR auch das Fischregal. Gezielt ausgewählter, portionierter frischer See- und Flussfisch, der vom Quantum her abgekauft wird und nicht lose, unverpackt herumliegt und Trockenränder bekommt. Ist der frische Fisch ausverkauft, dann findet sich in der Tiefkühltruhe ein zufriedenstellendes Angebot: so beispielsweise der zur Zeit beliebte Pangasius oder Dorsch, Zander, Meeresfrüchte und natürlich viel Paniertes als Hommáge an den Landesgeschmack. Sehr gut auch die Fischdosenpalette, ebenso die Öle und Pestos. Fast selbstverständlich in der auf Qualität achtenden Einrichtung sind dunkle Schokoladen (über 70% Kakaoanteil) zu wohlfeilen Preisen.

Die Haushaltsabteilung zeitigt keine Überraschungen, Porzellan nicht mehr als Notstandsversorgung, aber alles Wichtige findet sich: die größere Glasschüssel, Messer, Backformen, große, beschichtete Pfannen... Für die Feiern im schönen Zuhause überwältigt die Spirituosen-Traditionsmarke Zwack als einzige ungarische Firma mit einer breiten Angebotspalette.

Die neuere Weinbrandsorte „Zwack Maximilian – Tokaj Párlat 1912“ bestens sichtbar. Alle anderen Firmen verlieren sich in der Masse. Dennoch, die Auswahl ist groß, aber für den nicht Eingeweihten undurchsichtig und nicht immer preiswert. SPAR achtet jedoch auf Vielfalt der Preise. Alles in allem ein gepflegter Supermarkt mit breitem Angebot und guter Bedienung.

CITY-SPAR am Erzsébet krt./Ecke Wesselényi u. bietet in Pastelltönen und historischer Säulenarchitektur oben beschriebene gepflegte Fleisch- und Käsetheke, ein großes Frischeangebot bei Obst und Gemüse, Warenlinien aus dem SPAR-Gourmet-Segment (wie die Läden in Österreich heißen), viele feine Fertigprodukte, Pasten und Pasta, Konserven, Öle, Edelessige, Oliven, die die gehobene Küche ergänzen und durch ein umfangreiches Wein- und Spirituosenangebot ergänzt werden.

Außerhalb von Budapest gilt der INTERSPAR, Pomázi út (nahe Szentendre), ebenfalls als eine angenommene und in Spitzenzeiten stark frequentierte Halle, die durch bessere Lichtverhältnisse attraktiver daher kommen könnte (nicht vergleichbar mit den anderen Interspar-Hallen). Dennoch: Gute Auswahl in allen Bereichen und Riesensortimente an Tees, Süßigkeiten, Fertigbackwaren, Marmeladen und Fischbüchsen. Beim Brot wünscht man sich hier eine größere Übersichtlichkeit und mehr dunkle Brotsorten. Die Weißbrote und Brötchen sind nicht – wie mitunter üblich – auf Wühltischen zu finden, sonder ansehnlich und sauber präsentiert. Die Fleisch- und Käsetheken am vergangenen Freitag waren ordentlich, aber nicht so attraktiv anzusehen wie in der Bécsi út. Der abgepackte Frischlachs unmittelbar zwischen Fleischprodukten (siehe Foto) geht jedoch gar nicht, oder eben nur bei Spar-Hungaria! Auch in der reichhaltigen Gemüseabteilung gab es eine Reihe von Schwachstellen, so die verwelkten Radieschen und traurigen Salatköpfe am Freitag gegen 15 Uhr, also bevor der eigentliche Ansturm einsetzte.

Der kleine SPAR-Markt am Teréz krt./Ecke Király út kann mit seinem akzeptablen Rundumangebot (hauptsächlich ungarische Produkte, während in den anderen Märkten zahlreiche aus Deutschland und Österreich zu finden sind) ausreichend für die älteren oder nicht motorsierten Bürger und den schnellen Büroeinkauf als wohngebietsfreundliche Ergänzung angesehen werden und ist ein lobenswerter Beitrag der SPAR-Kette, die Nähe zum Bürger und der belebten Innenstadt zu bekräftigen. Alles in allem: Es geht also auch anders – zumindest bei SPAR!

Eveline Figura

 

(c) Pester Lloyd

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