|
(c) Pester Lloyd / 09 - 2009 WIRTSCHAFT 23.02.2009
_______________________________________________________
Immobilien
Zwanghafter Optimismus
In drei Jahren sollen sich die Shoppingcenter in Ungarn flächenmäßig verdreifachen. Mieten sind noch stabil.
Die Entwickler sprechen immer noch gern von "Nachholebedarf" und
"unterdurchschnittlicher Marktpenetration", wenn es um Shoppingcenter in Ostmitteleuropa geht. 2008 kamen in Ungarn etwa 200.000 qm
Einzelhandelsflächen auf den Markt (40% weniger als ein Jahr zuvor). Doch was man mit den weiteren 1 Millionen Quadratmeterm anstellen will, die allein für die
nächsten drei Jahre projektiert sind, bleibt - angesichts der zu erwartenden Konsumflaute und trotz der zwanghaft optimistischen Prognosen der Player - ein
echtes kaufmännisches Rätsel. Man erläutert zwar, dass die planmäßige Expansion vieler Einzelhandelsketten weitergeht und auch ganz neue Player am
Horizont auftauchen, Absagen und Pleiten hat aber - zumindest offiziell - niemand auf der Rechnung, schon um die Finanziers nicht zu verschrecken.
Die geplanten neuen Flächen bilden nochmal
fast das doppelte der derzeitigen 1,6 Mio qm an Shoppingmalls, Einkaufscentern und anderen Konsummonstern, die bisher schon in Ungarn implantiert worden und
sogenannten internationalen Standards zuzurechnen sind. Fast die Hälfte davon findet sich in und um Budapest, dass aber immer noch nicht als gesättigt gilt. 2008
kam als größere Einheit lediglich das 16.500 qm Outletcenter in Budaörs hinzu, für 2009 sind unter anderem angekündigt: das 50.000
qm KÖKI, unweit der M3 Endstation, das Mundo City Centre, mit 65.000 qm + 30.000 qm Büros sowie von ING Real Estate das 46,000 qm Allee Shopping Center (ehem. Buda Skala).
2008 eröffnete als wichtigstes Projekt der 35,000 qm Napfény Park in Szeged,
mit den üblichen Verdächtigen vom Tesco, OBI, KIK, Vögele bis Euronics als Mieter. Auch in Szombathely machte so ein Innenstadttöter seine Pforten auf:
das Szombathely Centre, mit 30.000 qm, hier u.a. auch Deichmann, Vögele, Intersport und Müller. In Debrecen eröffnete 2008 ein 28.000qm Center.
2009 stossen der Zentralmarkt in Miskolc (45.000 qm), das Árkád in Szeged
(38.000qm) und zwei weitere Malls in Székesfehérvár und Veszprém (je 25.000 qm) dazu. Weiterhin entstehen kleinere, sogenannte Family-Centers in kleineren Städten.
Beliebt bei Entwicklern wie Stadtoberen sind auch gemischte Projekte, die
Shopping mit Wohnen, Freizeit und Büros verbinden. Die wichtigsten Projekte für 2009-11 werden sein: die Origo City am Mázsa Platz, der Tópark (Seepark)
zwischen Budakalász und Szentendre, das "360° Budapest" am Donauufer sowie die Corvin Promenade. Insgesamt bleibt die Branche noch optimistisch, jedoch ist
mit einigen spektakulären Ausfällen zu rechnen und dies nicht einmal so sehr wegen mangelnder Vermietungsfähigkeit, sondern schlicht wegen des Ausfalls der dahinterstehnden Finanziers.
Mieten stabil
Die Mieten für die Toplagen im Einzelhandel sind bisher relativ stabil geblieben.
Geschäfte in der Váci utca und der Andrássy út zahlen zwischen 80 und 120 EUR pro Quadratmeter und Monat. Auch in den besser frequentierten Shoppingcenters
wie dem West End und dem Aréna Plaza werden 80 bis 100 EUR erzielt. Etwas angelebte Erlebnistempel wie das Mammut oder das Árkád kommen mit
immernoch stattlichen 40-65 EUR aus. In den Shoppingcentern in Kleinstädten begnügen sich die Vermarkter mit 30-40 EUR, teilt der Immobilienanalyst DTZ mit.
BUX und Forint realtime
(c) Pester Lloyd
IHRE MEINUNG IST GEFRAGT - KOMMENTAR ABGEBEN
|