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Ausgabe 18 / 2009
29. April - 5. Mai

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(c) Pester Lloyd / 09 - 2009 NACHRICHTEN 24.02.2009
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Mordanschlag auf Romafamilie in Ungarn

Am Montag wurden in einem Dorf südöstlich von Budapest ein fünfjähriges Kind und sein Vater ermordet. Durch eine Benzinbombe wurde das Haus der Romafmailie angezündet, als sie flüchten wollten, starben beide durch Schüsse. Die beiden anderen Kinder des Mannes erlitten schwere Verbrennungen.

Für Aufregung sorgt, dass die örtliche Polizei den Fall nicht sogleich als Tötungsverbrechen einstufte und auf Nachfrage argumentierte, man müsse zuerst durch eine Obduktion die Todesursache ermitteln, obwohl Augenzeugen eindeutig von Schüssen sprachen und sogar Medienvertreter noch herumliegende Patronenhülsen fanden.

Die Parlamentsabgeordnete Viktória Mohácsi und der Chef der Romavertretung des Landes, Orbán Kolompar, sahen sich genötigt an die Öffentlichkeit zu gehen, um dem Fall die angemessene Aufmerksamkeit zu verschaffen. Angehörige der Opfer hatten sich an sie gewandt, weil die Polizei dem Fall offenbar nur geringe Aufmerksamkeit schenkte.

Immer wieder kam es in der letzten Zeit zu Tötungen von Angehörigen der Roma. Meistens werden sie mit internen Auseinandersetzungen zwischen
Kriminiellen erklärt. Etliche Fälle sind bis heute jedoch nicht gelöst.

Romavertreter werfen der Exekutive vor, nicht unbefangen zu untersuchen. Seit dem Tod eines prominenten Handballers vor zwei Wochen durch die Hand krimineller Roma herrscht in Teilen der ungarischen Bevölkerung mehr und mehr Pogromstimmung gegen die größte ethnische Minderheit des Landes.

Schon seit Jahren wird die Stimmung durch die Rechtsextremen instrumentalisiert. Politik und Gesellschaft haben die Problematik der fehlenden Integration bzw. Sozialisierung der Roma bisher eher verdrängt oder beschönigt.

Mafiamorde oder beginnende Pogrome?

 

(c) Pester Lloyd

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