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(c) Pester Lloyd / 09 - 2009 NACHRICHTEN 24.02.2009 _______________________________________________________
Mordanschlag auf Romafamilie in Ungarn
Am Montag wurden in einem Dorf südöstlich von Budapest ein fünfjähriges Kind
und sein Vater ermordet. Durch eine Benzinbombe wurde das Haus der Romafmailie angezündet, als sie flüchten wollten, starben beide durch Schüsse.
Die beiden anderen Kinder des Mannes erlitten schwere Verbrennungen.
Für Aufregung sorgt, dass die örtliche Polizei den Fall nicht sogleich als
Tötungsverbrechen einstufte und auf Nachfrage argumentierte, man müsse zuerst durch eine Obduktion die Todesursache ermitteln, obwohl Augenzeugen
eindeutig von Schüssen sprachen und sogar Medienvertreter noch herumliegende Patronenhülsen fanden.
Die Parlamentsabgeordnete Viktória Mohácsi und der Chef der Romavertretung
des Landes, Orbán Kolompar, sahen sich genötigt an die Öffentlichkeit zu gehen, um dem Fall die angemessene Aufmerksamkeit zu verschaffen. Angehörige der
Opfer hatten sich an sie gewandt, weil die Polizei dem Fall offenbar nur geringe Aufmerksamkeit schenkte.
Immer wieder kam es in der letzten Zeit zu Tötungen von Angehörigen der
Roma. Meistens werden sie mit internen Auseinandersetzungen zwischen Kriminiellen erklärt. Etliche Fälle sind bis heute jedoch nicht gelöst.
Romavertreter werfen der Exekutive vor, nicht unbefangen zu untersuchen. Seit
dem Tod eines prominenten Handballers vor zwei Wochen durch die Hand krimineller Roma herrscht in Teilen der ungarischen Bevölkerung mehr und mehr
Pogromstimmung gegen die größte ethnische Minderheit des Landes.
Schon seit Jahren wird die Stimmung durch die Rechtsextremen
instrumentalisiert. Politik und Gesellschaft haben die Problematik der fehlenden Integration bzw. Sozialisierung der Roma bisher eher verdrängt oder beschönigt.
Mafiamorde oder beginnende Pogrome?
(c) Pester Lloyd
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