|
(c) Pester Lloyd / 09 - 2009 WIRTSCHAFT 24.02.2009
_______________________________________________________
Zentralbank in der Klemme
Zinsen in Ungarn unverändert
Die Zentralbanken Ungarns, Tschechiens und Polens haben erstmals gemeinsame
Abwehrmaßnahmen gegen den Verfall ihrer Währungen vorgenommen. In einer gleichlautenden Erklärung aller drei Nationalbanken wurden diese Maßnahmen
(u.a. konzertierte Euroverkäufe) verkündet, was den Forint sogleich um 4% steigen liess. Er notierte am heutigen Dienstagmorgen seit langem einmal wieder
unter 300 (297), was nach übereinstimmender Einschätzung der Profis abe rnicht lange Bestand haben wird.
Derweil beließ die Zentralbank den Leitzinssatz unverändert bei 9,5%. Für den
Forint wäre eine Anhebung zwar theoretisch günstiger, ein noch höherer Zinssatz als der ohnehin derzeit weit über dem europäischen Schnitt liegende ist im
momentan Konjunkturumfeld aber undenkbar. Kredite, die ohnehin nur sehr zäh vergeben werden, wären unbezahlbar teuer, rechnet man die hohen
Risikoaufschläge der Banken, die Inflation und weiteres hinzu.
Die ungarische Zentralbank sitzt daher ständig zwischen zwei Stühlen. Natürlich
ist sie gehalten die Zinsen so kapitalmarktfreundlich wie nötig zu gestalten, um einen letzten Rest an Konjunktur nicht vollends abzuwürgen, andererseits könnte
sie für jeden Zinsschritt mit einem weiteren Einbruch des Forint bestraft werden.
(c) Pester Lloyd
IHRE MEINUNG IST GEFRAGT - KOMMENTAR ABGEBEN
|