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(c) Pester Lloyd / 11 - 2009 POLITIK 11.03.2009
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Erdgas hat man nie genug...

... meinte Ministerpäsident Gyurcsány bei seinem Treffen mit Wladimir Putin in Moskau. MOL und Gazprom beschließen zwei Kooperationen bei Erdgas

Bei einem Treffen zwischen den Ministerpräsidenten Russlands und Ungarns, Wladimir Putin und Ferenc Gyurcsány am Dienstag in Moskau, wurden vor allem die sich gut entwickelnden wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern betont. Um die politischen war es in der Vergangenheit nicht sonderlich gut bestellt. Vor allem die antirussischen Ausfälle von Oppositionsführer Orbán hatten zu merklichen Abkühlungen in den ungarisch-russischen Beziehungen geführt, auch die Gaskrise war nicht gerade hilfreich.

Das Außenhandelsvolumen zwischen beiden Staaten erreichte 2008 das Volumen von 13 Milliarden Dollar, eine Verneunfachung innerhalb von sechs Jahren, und 30% über dem erwarteten Wert, hielten die beiden Regierungschefs stolz fest. Putin schmeichelte dem Gast, in dem er anmerkte, dass Russland nur mit einer handvoll von Regierungen "ständige direkte Konsultationen" pflege. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, dass Ungarn dazu gehört. Gyurcsány lobte vor allem die pragmatische Herangehensweise seines Gegenüber.

MOL und Gazprom beschließen Kooperationen bei Erdgas

Das Treffen diente dann auch handfesten Wirtschaftsverträgen. Russland und Ungarn planen ein Joint venture zur Errichtung des ungarischen Abschnittes der South Stream Pipeline. Das kündigten Premier Putin und Ministerpräsident Gyurcsány in Moskau gemeinsam an. Ein weiteres Gemeinschaftsunternehmen gründen MOL und Gazprom zum Bau eines neuen Erdgaslagers in Ungarn.

Gyurcsány sagte zu dem Deal, dass sein Land "nicht an der Errichtung einer Gas- oder Ölpipeline interessiert sei, sondern an der Errichtung so vieler wie möglich." Damit wollte er eventueller Kritik aus der EU vorgreifen, wo manche Kreise das South Stream Projekt als Konkurrenz zu Nabucco einordnen. Gleichzeitig sitzt die Angst vor einem erneuten Versorgungsengpass hörbar tief. Putin konnte es sich auch nicht verkneifen, darauf hin zu weisen, dass ohne die Beteiligung des Iran, Nabucco überhaupt nicht lebensfähig sei. Damit spielte er den Ball an den Westen zurück, der seit Jahren polemisch fordert, Russland solle schärferen Sanktionen gegen den Iran zustimmen.

South Stream, dass die Russen vor allem gemeinsam mit der italienischen ENI planen, diene vor allem der Umgehung der Ukraine und damit der Energiesicherheit ganz Europas. Ursprünglich waren für das Projekt Kosten von rund 10 Mrd. EUR eingeplant. Nun hofft man, dass man aufgrund der abgesackten Rohstoffpreise alles deutlich billiger haben könne. Die Leitungen sollen mehr als 31 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr transportieren können.

Gleichzeitig verabredeten Manager von Gazprom und MOL den gemeinsamen Bau eines unterirdischen Erdgaslagers in Ungarn, dass 1,3 Mrd Kubikmeter fassen soll. Damit wäre das Land in die Lage versetzt, fast einen halben Jahresbedarf aus eigenen Lagern zu bestreiten. Das Lager wird in Pusztaföldvár-Dús aus dem Aus- und Umbau eines natürlichen Gasreservoirs entstehen und bis 2013 voll funktionsfähig sein. Man betonte, dass das Joint venture 50:50 umgesetzt würde und von einem gemeinsamen MOL-Gazprom-Logo geziert wird. Vor einigen Jahren bemühte sich Gazprom um eine Teilübernahme der MOL, was aber von Ungarn aus strategischen Überlegungen verhindert wurde.

 

(c) Pester Lloyd

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