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(c) Pester Lloyd / 12 - 2009 WIRTSCHAFT 15.03.2009
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Ungarn, träum weiter...

Traum und Wirklichkeit der ungarischen Tourismusbranche

Im Gespräch auf der ITB in Berlin

Rechtzeitig zur weltgrößten Tourismusmesse, der ITB, zeigte Ungarn in ganz Berlin Flagge: Mit riesigen Citypostern machte eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen wirkungsvoll auf sich aufmerksam. Dr. Ákos Niklai, Vorstand des ungarischen nationalen Tourismusbüros und der neue Deutschlanddirektor der ungarischen Tourismusamtes, Kristóf Sztojanovits, sprachen im Messeverlauf zu ersten Ergebnissen des Tourismusjahres 2008 und zu Fragen des Ausbaus der Geschäfte in 2009.

Trotz der im vierten Quartal 2008 einsetzenden Rezension, wurde das letzte Jahr doch zum zweitbesten Ergebnisjahr der ungarischen Tourismusbranche, so Niklai. Eine Erklärung für den dennoch zu verzeichnenden Rückgang sieht er in dem verstärkten Erwerb von Wohneigentum, mit anschließender touristischer Verwertung. Dass erst seit 1990 ausländischen Investoren dafür der ungarische Markt offen steht, sei nur bedingt ausschlaggebend dafür, dass, etwa 10000 Immobilien zusätzlich touristischen verwertet würden. Er beklagt, dass nach wie vor keine ausreichenden Instrumente verfügbar seien, um private Vermieter zur Bekanntgabe ihrer Zahlen zu bewegen.

Bei relativ stabilen Übernachtungszahlen in vielen touristischen Zentren Ungarns, sei die Region um den Balaton ein Sorgenkind. Das ungarische Tourismusamt setzt in 2009 vor allem wieder auf „erdgebundene Reisen und Nähe“. Hierzu konnte für die Umwerbung der deutschen Touristen erneut ein leistungsstarker Partner, der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) wieder gewonnen werden. Konkrete Formen der Zusammenarbeit werden, so Sztojanovits, auf einer ADAC-Konferenz vom 21. bis 23. April am Balaton besprochen.

Der größte deutsche Automobil-Club, mit seinen über 15,6 Millionen Mitgliedern, ist seit einigen Jahren, ein festes Standbein der touristischen Vermarktung in Deutschland. Sztojanovits ist sich über die Bekanntheit dieses Clubs in Ungarn, aus eigener Jugend bewusst: Schon damals wollte er an sein Spielzeug ADAC- Aufkleber heften können.

Den Vertretern des ungarischen Tourismusamt ist angesichts der sich verändernder Bedingungen auf dem europäischen Reisemarkt bewusst, dass nur in Kooperationen mit großen Leistungsträgern der näher liegenden Quellenmärkte sowie internationalen Partnern, wie etwa dem Europäischen Reisekomitee (ETC) oder den Visegrader Ländern, den neuen Anforderungen entsprochen werden kann. In diesem Kontext sieht man auch das Engagement Ungarns beim European Congress on Health Tourism (ECHT).

Mit der Umsiedlung des ungarischen Tourismusamtes nach Berlin und dem neuen Deutschlanddirektor, Kristof Sztojanovits, der im Kreise seiner drei erfahrenen Direktorinnen einiges in Deutschland bewegen will, ist man für “UNGARN Träum dich hin“ (www.ungarn-tourismus.de) bodenständig vorbereitet. Ob es gelingt, in kurzer Zeit neue Zielgruppen anzusprechen „mittels klassischer wie moderner Marketingmittel, von Roadshows bis Web 2.0“, ohne die bisherigen Ungarnurlauber zu verlieren, bleibt abzuwarten. In hundert Tagen werden wir Ihn dazu interviewen.

Dirk Hohwieler

 

(c) Pester Lloyd

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