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(c) Pester Lloyd / 13 - 2009
WIRTSCHAFT 24.03.2009 _______________________________________________________
Frisches Geld für die Trauminsel
Die Álomsziget in Budapest
Mitten in Budapest, auf den Inseln der Donau, wird eine gigantische Entertainment-City amerikanischen Ausmaßes entstehen. Beobachter halten
das Projekt zwar für gewagt, aber durchaus für machbar. Anwohner und Stadtplaner schlagen jedoch die Hände über den Köpfen zusammen,
Plaza Centers, ein Joint venture der Ungarischen Außenhandelsbank (MKB) und
des israelischen Immobilienentwicklers Elbit Imaging haben ihren Anteil an "Dream Island" um 27 auf 87% aufgestockt. Die MKB ist eine Tochtergesellschaft der
Bayerischen Landesbank. Mit der Kapitalzufuhr von 12 Mio EUR und der zusätzlichen Übernahme von 9,4 Mio EUR Verbindlichkeiten kann das Projekt
"Trauminsel", der Umbau der Óbuda und Hajogyári Sziget (Altofener und Schiffsbauerinsel) in Budapest zu einem Entertainment-Reich fortgesetzt werden.
Plaza Centers übernahm die Anteile des Geschäftsmannes Bernard Schreier und seiner CP Holdings. Das Eigenkapital der Gesellschaft wird auf derzeit rund 190 Mio EUR geschätzt.
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Die "Trauminsel" umfasst 350.000 qm Land, auf dem nach und nach 3.000
Hotelzimmer verschiedener Kategorien entstehen sollen, zusätzlich werden rund 1.000 Appartements, ein Kongreßzentrum für bis zu 3.500 Personen, ein 1.500
Plätze-Kulturzentrum für Oper, Konzert, Theater und Revue, ein Römer-Museum und ein Yachthafen für bis zu 300 Schiffe geplant. Fehlen soll es auch nicht an
einem riesigen Einkaufszentrum, das von einer "Designer Avenue" durchkreuzt werden wird. 5.500 Parkplätze werden geboten, auch um das 40.000
Quadratmeter Megacasino erreichen zu können. Kurz: Praktisch im Zentrum von Budapest entsteht eine gigantische Entertainment-City amerikanischen Ausmaßes.
Das Casino hat eine Lizenz auf 20 Jahre vom Tage der Eröffnung an, mit einer
zehnjährigen Verlängerungsoption und einem Exclusivrecht, dass besagt, dass während der Betriebszeit keinere weiteren Großcasinos in Budapest genehmigt
werden. 200 Spieltische und über 4.000 Slotmaschinen sollen für den entsprechenden Kapitalrückfluß sorgen, denn allein die Lizenz kostete 3,7 Mio
EUR, und auch dem klammen Staat einiges an Vergnügungssteuer einbringen, auch die Stadt soll profitieren. Die Kosten für das gesamte Projekt: exorbitante
1-1,2 Milliarden EUR. Allein das Casino-Projekt wäre dann das größte Europas. Die Fertigstellung ist irgendwann zwischen 2012 und 2012 geplant.
Beobachter halten das Projekt zwar für gewagt, aber durchaus für möglich.
Anwohner und Stadtplaner schlagen jedoch die Hände über den Köpfen zusammen, angesichts der Zerschlagung gewachsener städtebaulicher Strukturen,
Reduzierung von Grünflächen und bau- und verkehrstechnischer Erschwernisse, halten sie das Ganze eher für einen Albtraum.
(c) Pester Lloyd
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