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(c) Pester Lloyd / 16 - 2009 WIRTSCHAFT 17.04.2009
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Neuer Kopf und neues Herz
Malév bekommt deutschen Chef
Umfangreiche Bauarbeiten in Ferihegy II
Die Fluglinie Malév bekommt einen neuen Vorstandschef. Der in Deutschland
geborene Pilot Martin Gauss wird mit 20. April die Leitung der schwächelnden Airline übernehmen. Das beschloss der Aufsichtsrat, in dem die russische
Quasi-Staatsbank Vnesheconombank (VEB) das Sagen hat. VEB übernahm vor kurzem die Kontrolle über die Anteile der AirBridge von Boris Abramowitsch und
kontrolliert auch die Aeroflot. Für die Russen könnte die Malév ein günstiges Einstiegstor auf den EU-Markt sein, wo es sonst sehr schwer und kostspielig ist,
Zulassungen und Landelizenzen zu erhalten. Die nominale Mehrheit wird daher auch von der ungarischen Geschäftsfrau Magdolna Költo gehalten, deren interne
Stimmrechte aber entsprechend beschränkt sind.
Der vierzigjährige Martin Gauss (Foto)
arbeitete bereits seit einiger Zeit als Berater für die Malév, sein amtierender Vorgänger Géza Fehérváry wird die operativen Geschäfte weiterführen. “Wir brauchen eine
neue Ausrichtung, um die Malév durch die derzeitige Marktkrise zu navigieren und das Unternehmen für zukünftige Herausforderungen fit zu machen." sagte
Gauss in einer Aussendung. Erst vor ein paar Wochen bekam die Malév eine Kapitalspritze von 10 Mio EUR.
Der Pilot Martin Gauss startete seine Karriere 1992 bei Deutsche BA, wo er 1995
ins Management aufstieg. Dabei machte er zwei Besitzerwechsel und Umstrukturierungen mit. (Die ehemalige British Airways-Tochter gehörte
zwischenzeitlich dem Textilunternehmer Wöhrl und heute der AirBerlin, Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft). 2007 sanierte er die Regionallinie
Cirrus, danach arbeitete er auf eigene Rechnung als Berater.
Ausbau von Flughafen Budapest beginnt Ende April
Am Budapester Flughafen Ferihegy II werden Bauarbeiten einige Monate den
Komfort der Reisenden stören. Budapest Airport (BA) wird Ende April mit den Arbeiten am neuen Gebäude des Terminals 2 beginnen. Daher wird der Parkplatz
im Ankunftsbereich des Terminals (untere Ebene) gesperrt sein. Die Einschränkung gilt voraussichtlich bis Sommer 2010. BA (eine Tochter der
deutschen Hochtief AG) empfiehlt daher den Reisenden die obere Ebene nur für Ein- und Ausstieg zu benutzen und ansonsten auf die anderen Parkareale auszuweichen.
Der Bau des neuen Gebäudes und andere Modernisierungsmaßnahmen werden
rund 260 Mio EUR kosten. Dazu gehört u.a. ein neuer Terminal, namens SkyCourt, der die jetztigen 2A und 2B verbinden wird und als Herzstück des
neuen Komplexes dient. Die Check-in Bereiche sollen um 40% erweitert werden, 10 neue Counter sollen entstehen, dazu acht Check-in-Automaten. Die
Sicherheitskontrollen werden zentralisiert, 14 Screaner werden installiert und die Sicherheitstechnik wird der Zeit angepasst. Im Erdgeschoss werden mehr Shops
Einzug halten, im Zwischengeschoss wird das derzeit bescheidene gastronomische Angebot erweitert.
(c) Pester Lloyd
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