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(c) Pester Lloyd / 17 - 2009 WIRTSCHAFT 24.04.2009
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Kritik an Preispolitik der Energiekonzerne in Ungarn
In Ungarn macht man sich Gedanken darüber, warum der Konsument von den
sinkenden Energiepreisen auf den Weltmärkten so gut wie gar nichts mitbekommt. Die größte Tageszeitung des Landes, Népszabdság, rechnete nun
aus, dass die geschätzten zusätzlichen Gewinne aus der Schere zwischen Weltmarkt- und Einzelhandelspreis, welche die großen Energiekonzerne des
Landes sowie der staatliche Zwischenhändler MVM wie auch die Kraftwerke realisierten, sich auf bereits rund 500 Milliarden Forint, etwa 2,5 Milliarden Euro,
belaufen. In Zeiten hoher Weltmarkpreise, so analysiert die Zeitung, nehme man diese als Referenz, um Preiserhöhungen zu rechtfertigen, in Zeiten fallender
Kurse höre man jedoch plötzlich nichts mehr von den Weltmärkten.
Dieser Umstand sei besonders zu hinterfragen, angesichts der angespannten
Einkommenssituation vieler Ungarn und der notwendigen Hilfszahlungen aus Steuermitteln, der Energiepreiskompensation. Zwar hatte die Aufsichtsbehörde
Preiskontrollen angekündigt, geschehen sei aber kaum etwas. Dies sei nun der Preis eines nach wie vor nicht vollständig liberalisierten Marktes, glaubt die
Népszabdság. István Kutás, Sprecher von E.ON widersprach der Darstellung und meinte, dass man keine Extragewinne eingefahren habe. Er verwies darauf, dass
auch im westlichen Ausland die Preise kaum gefallen seien und es sich bei den Abkommen zwischen Produzenten und Verteilern von Energie um langfristige
Vereinbarungen handele, auf die kurzfristige Schwankungen am Weltmarkt kaum Einfluß hätten.
(c) Pester Lloyd
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