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(c) Pester Lloyd / 20 - 2009 POLITIK 13.05.2009 _______________________________________________________
Rechtsradikale sehen sich schon im EU-Parlament
Ungarn vor der Europawahl: Jobbik
Die rechtsradikale Partei Jobbik, aus der sich auch die "Ungarische Garde", eine
rechtsextreme, martialisch auftretende Bande zum "Schutz des Ungarntums" rekrutierte, die sich auf die Diffamierung der Roma spezialisiert hat, hat
naturgemäß ihre ganz eigene Weltsicht. Aber auch die Selbstwahrnehmung scheint, im Vorfeld der Europawahl, ein wenig gestört zu sein.
"Zwei Drittel der ungarischen Wähler sind Unterstützer der Jobbik, - es ist ihnen nur
noch nicht bewusst. So äußerte sich der Parteichef Gábor Vona am Dienstag im ungarischen Fernsehen. Die Partei weist verschiedene Meinungsumfragen vor, die
ihnen gute Chancen zum Überspringen der 5%-Hürde bei den Europawahlen am 7. Juni geben. Auch für die Parlamentswahlen 2010 sieht man sich auf bestem Wege,
Mandate zu erringen. Die Spitzenkandidatin für die Europawahl ist die Juristin Kriszitna Morvai, die als "Menschenrechtsexpertin" präsentiert wird.
Die Partei hat ihre Zustimmung bei den
bereits entschlossenen Wählern binnen eines Jahres verdreifacht. Die Partei beschreibt sich selbst als eine "prinzipentreue, konservative, radikal patriotische, christliche Partei, deren
fundamentales Ziel der Schutz ungarischer Werte und Interessen" ist. Sie versucht massiv Fidesz-Wähler abzuwerben, denen die Partei von Ex-Premier Orbán zu mittig
geworden ist, was diese wiederum regelmäßig zu eigenartigen Stellungnahme hinsichtlich der Rechten verführt und bisher explizite Distanzierungen verhindert
hat. Jobbik hatte sich erst kürzlich von Holocaustleugnern unter ihren Anhängern distanziert, die vor der deutschen Botschaft in Budapest eine Demonstration abgehalten hatten. (siehe dazu unseren Beitrag: Ungarns Schande). Jobbik nannte die Shoah daraufhin ein "tragisches
Ereignis, aus dem Lehren zu ziehen seien". Gleichzeitig schwadroniert Vona in einem Interview darüber, wie das Weltjudentum Ungarn gekauft habe.
Der Vorsitzende des liberalen SZDSZ Gábor Fodor nannte die Partei eine
Neo-Nazi-Truppe und wurde daraufhin verklagt. "Ungarn den Ungarn", parolisierte Vona weiter im ungarischen Fernsehen und verlangte von den Medien eine faire
Behandlung seiner "Bewegung für ein besseres Ungarn", statt ständiger Entstellungen und Verdrehungen. Hiermit sei also hoffentlich alles richtig dargestellt. Wer noch
Fragen hat, dem sei dieses "Interview" auf der offiziellen Homepage von Jobbik
empfohlen (in dt. Sprache), worin Gábor Vona Jobbik und die "Ungarische Garde" sich eindeutig positionieren.
red.
(c) Pester Lloyd
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