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(c) Pester Lloyd / 21 - 2009 WIRTSCHAFT 22.05.2009
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Friede den Hütten?

Bajnai benennt Zielgruppe der Immobiliensteuer in Ungarn

...Krieg manchen Palästen.Während unter den Ungarn die Angst grassiert, die für 2010 angekündigte Immobiliensteuer könnte ihren endgültigen Ruin bedeuten, hat ihr Ministerpräsident die Bevölkerung beruhigt. Er meint, rund 95% der Menschen wird diese Steuer gar nicht betreffen, nur die Grauwirtschaft müsse sich fürchten.

Mittlerweile sind auch Modelle weitgehend vom Tisch, die eine Besteuerung von kleinen Immobilien mit einem Wert von unter 30 Mio HUF (rund 110.000 EUR) betreffen. D.h. die Plattenbauwohnung, das Miniferienhaus oder ein einfacherers Einfamilienhaus werden kaum betroffen sein. Die Eigentümer von Immobilien über 30 Mio HUF, teilt Premier Gordon Bajnai wie folgt ein.

Da seien zuerst die leistungsbereiten, innovativen, fleißigen Facharbeiter (Spezialisten) und Unternehmer, denen eine gerechtere Besteuerung nichts anhaben könne. Schließlich solle jeder Forint der Immobiliensteuer in die Finanzierung der Senkung der Einkommenssteuer geseteckt werden, versprach er. (so soll z.b. die Bemessungsgrenze von 1,9 auf 5 Mio HUF angehoben werden, durch diese und andere Entlastungen soll die Steuerquote von derzeit 54% - neben Belgien die höchste in der EU - auf 46% gesenkt werden. Die "Wettbewerber Ungarns", so Bajnai, hätten lediglich 43%. ).

Friede den Hütten, Krieg den Palästen?
Bellos Hundehütte bleibt zumindest steuerfrei, wenn es ein ehrlicher Hund ist.

Die zweite Gruppe seien u.a. Rentner, die in einem alten Haus wohnten, dessen Unterhalt sie vielleicht kaum noch aufbringen könnten. Diese seien von der Steuer überhaupt befreit. Die dritte Gruppe aber, jene die auf Minimalgehalt angemeldet sind, aber in prächtigen Villen residieren und es auch sonst ziemlich bunt trieben. Jene treffe, so Bajnai, diese Steuer ganz richtig. Da läuft nämlich etwas faul, was durch die Immobiliensteuer ein wenig korrigiert würde. Von anderen Großverdienern, die zwar ordentlich versteuern, aber dennoch auf teilweise undurchsichtige Weisen zu ihrem Vermögen gekommen sind, sprach er jedoch nicht.

Im übrigen fallen auch Yachten, Helikopter, Privatjets unter diese neue “Luxuszusatzsteuer”, wie sie derzeit benannt wird. Ungarn erhofft sich jährliche Einnahmen von bis zu 50 Mrd. HUF, rund 200 Mio EUR pro Jahr. Häuser mit einem Wert von über 30 Mio HUF werden mit 0,35% besteuert, Häuser mit einem Wert von mehr als 50 Mio HUF mit 0,5%. Diese Luxussteuer trifft übrigens auch anderes Eigentum wie z.B. Yachten und Privatjets.

Rentner sollen zwar von der Steuer befreit werden, Erben dürften dann aber nachzahlen. Befreit werden auch Kirchen- und, oh Wunder, Staatsbesitz. Hauseigentümer von Häusern mit vielen Wohnungen sollen ihren Besitz aber nicht in kleinere, steuerbegünstigte Einheiten aufspalten können. (Einige hatten mit diesem Trick die Luxussteuer umschifft.) Die Immobilienwerte werden nach Regionen festgesetzt, können aber beeinsprucht werden, eine Neutaxierung wird dann vorgenommen, natürlich auf Kosten der Eigentümer.

 

(c) Pester Lloyd

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