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(c) Pester Lloyd / 21 - 2009 WIRTSCHAFT 20.05.2009
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Klotz am Bein

Ungarns Unternehmen leiden am Forint

Die Quartalszahlen wichtiger ungarischer Unternehmen sind erwartungsgemäß schlecht. Neben den Nachfragerückgängen und dem Verfall der Preise auf den Weltmärkten, erweist sich vor allem der Forint als größter Klotz am Bein der ungarischen Wirtschaft und das quer durch die wichtigsten Branchen. Ein Rundblick zu: MOL, TVK, FHB und Danubius und ein Ausblick zu OTP.

MOL büßt 19% Umsatz ein und schreibt Verluste

422 Mio EUR sind keine Pappenstil, nicht einmal für einen solchen "Giganten" der ungarischen und regionalen Wirtschaft wie die MOL. Genau diese Summe, bzw. 118 Mrd. HUF stehen für das 1. Quartal 2009 zu Buche. Die gute Nachricht daran ist jedoch der Umstand, dass nur ein kleiner Teil davon auf Rückgänge im operativen Geschäft zurück geht, das meiste sind Verluste aus Kursverlusten, also ein Opfer auf dem Altar der Währungsschwankungen. Dennoch sind "Analysten", diese für die Reealwirtschaft entbehrliche, aber die Wirtschaftspresse unverzichtbare Zunft, ein wenig enttäuscht ob der Höhe des Minus`. Man hatte gehlfft mit der Hälfte auskommen zu können. Im ersten Quartal des Vorjahres machte MOL einen Profit, der aber mit rund 3 Mio EUR sehr bescheiden war. Die Umsatzrückgänge von 19% im Raffineriegeschäft sind angesichts des dramatischen Rückganges der Industrieproduktion in der Region in einem glimpflichen Rahmen, die Kosten konnte man stärker senken als die Einnahmen schrumpften, so blieb ein operativer Gewinn von rund 67 Mrd. HUF.

Auch TVK spürte die Währungskeule

Die Chemiewerke der TVK melden einen Quartalsverlust von 4,3 Milliarden Forint, ca. 15,4 Mio EUR. Die Gewinnspannen seien zurückgegangen, weil auf dem Polymermarkt die Preise verfallen, sagt das Unternehmen, dass sich im mehrheitlichen Besitz der MOL befindet. Der Umsatz sank im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres um 38% auf knapp 60 Milliarden Forint, die Materialkosten abe rnur um 34%. Auch TVK bekam die Währungskeule zu spüren und muss 3,5 Milliarden als Finanzverluste abschreiben. Immerhin sank die Verschuldung um 31%, die Eigenmittel schrumpften um 8%.

Danubius verdreifacht Verluste

Danubius Hotels, eine der größten Hotelgruppen Ungarns, die auch in anderen Ländern Mittelosteuropas aktiv ist, hat einen Quartalsverlust vo 5,15 Mrd. HUF gemeldet, rund 18,5 Mio. EUR. Dieses Minus ist dreimal höher als vor einem Jahr. Gründe sind auch hier Umsatzrückgänge, vor allem aber 3 Milliarden Forint Verluste durch Währungsverfall. Die Einnahmen gingen von Januar bis März um 4% auf 8,77 Mrd. HUF zurück, vor allem das Catering-Geschäft brach mit -13% regelrecht ein, Zimmerumsätze waren mit -1% relativ stabil. Zulegen konnte das Wellnessgeschäft, um 3%. Das Ungarngeschäft ging um 12% zurück, die Auslastung fiel von 50,3 auf 43,6%. In Tschechien konnte man mit einem Minimalverlust abschließen, der Umsatz in der Slowakei stieg um 16%, was aber hauptsächlich damit zu tun hat, dass man dort bereits in Euro zahlt, was sich bei der Bilanzierung in Forint nett macht. In Rumänien ging es 13% nach unten. Die Danubius Gruppe hat Kredite in Höhe von 25,24 zu bedienen, ca. 89 Mio EUR, das sind 23% mehr als ein Jahr zuvor. Die Eigenmittel wuchsen nur um 7%.

OTP-Zahlen als Politikum

Die Gewinne der OTP Bank werden vermutlich um über die Hälfte einbrechen und nur noch rund 33 Mrd. Forint betragen. Das vermutete die Finanzpresse Ungarns noch vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen der Bank. Auch hier erwies sich der Forint als größter Klotz am Bein. Dennoch hofft man, das Jahresziel von 150 Mrd. HUF Gewinn erreichen zu können. Die ängstlichen Fragen an die OPT lauten derzeit, wie es in der Ukraine ausschaut und wie sich die Risiken bei den Privat- wie Unternehmenskrediten entwickelt haben. Diese Zahlen werden mit der Lage Ungarns generelle gleichgesetzt, sind daher ein Politikum. Mehr dazu folgt.

Dessen ungeachtet legte der BUX an der Budapester Börse am Montag um mehr als 5% zu. Spekulation oder die Hoffnung, die Talsohle durchschritten zu haben?

 

(c) Pester Lloyd

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