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(c) Pester Lloyd / 21 - 2009 WIRTSCHAFT 24.05.2009
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Der kleine Steuermann

Ungarns Finanzminister verkündet Details zur Steuerreform 2010

Grundsätzlich geht es der Regierung darum, die exorbitante Steuerquote auf Gehälter und Einkommen in Ungarn, die innerhalb Europas nur noch von Belgien übertroffen wird, zu senken. Mehr Brutto vom Netto also, lautet auch hier die Parole, wobei die Maßnahmen für 2010 ein letztlich kleines Korrektiv der rigiden Maßnahmen zur Haushaltskonsilidierung (+5%-Punkte bei der MwSt. etc.) darstellen.

Insgesamt soll das Paket zu einer Entlastung von Bürgern und Unternehmen von 4-6% führen, finanziert durch Umverteilung von Oben nach Unten, nachdem man 2009 bei fast allen zulangt. Ruhendes Kapital und Luxusgüter sollen stärker besteuert werden, Arbeit und Unternehmertum entlastet werden.

Finanzminister Péter Oszkó fasste, sozusagen als kleiner Steuermann, auf einem Pressegespräch am Freitag noch einmal die für 2010 anstehenden Änderungen im Steuern- und Abgabensystem zusammen, die zuvor Ministerpräsident Gordn Bajnai in ihrer großen Linie verkündet hatte. Was wir gerne aufnehmen, schließlich überschlugen sich in den letzten Wochen die Ankündigungen und Spekulationen, dass es für viele schwer geworden ist, den Überblick zu behalten. Die Maßnahmen im einzelnen, so wie sie der jetzige Finanzminister, übrigens der ehemalige Chef der Wirtschaftsprüfer Deloitte Ungarn, vors Parlament zu bringen gedenkt:

Geplante Änderungen ab 2010

- die Lohnsteuer wird generell von 32 auf 27 gesenkt, Ziel ist die Absenkung der Gesamtsteuerbelastung des Bruttoeinkommens von derzeit 54 auf 46%. (Bereits ab 1. Juli 2009 sinkt die Lohnsteuer auf 27% für Löhne bis max. zur Höhe des doppelten Mindestlohnes, es steigen jedoch die Abgaben der Arbeitnehmer für das Gesundheitssystem, der Arbeitgeberanteil sinkt - in Summe - ein wenig.)

- die Unternehmenssteuer steigt von 16 auf 19%, gleichzeitig wird aber die "Solidaritätssteuer" vo 4% abgeschafft, was unter dem Strich ein Minus von 1%-Punkt bei der Besteuerung von Unternehmensgewinnen ergibt.

- der untere Satz der Einkommenssteuer wird ab 2010 von 18 auf 17% abgesenkt, der Höchstsatz fällt von 36 auf 32%. Die Bemessungsgrenze steigt von 1,9 Mio HUF auf 5 Mio HUF.

- die Tabak- und Alkoholsteuer steigt um 9,7% für Zigaretten, um 10% für alkoholische Getränke, die Mineralölsteuer wird um 7,2% für Diesel und 10% für Benzin angehoben.

- ab 2010 gibt es eine Luxussteuer / Immobiliensteuer in Höhe von 0,35% auf Immobilien und Fahrzeuge mit einem Wert von 30-50 Mio HUF, für selbiges über 50 Mio HUF werden 0,5% pro Jahr fällig. Familien mit mehr als drei Kindern erhalten eine 15%iger Ermäßigung, Rentner, die nicht mehr als das Zweifache der gesetzlichen Minimalrente erhalten und deren Steuerbasis nicht über 10 Mio HUF liegt, werden von der Steuer befreit, wenn sie selbst in der Immobilie leben, die zudem weniger als 50 Mio HUF wert sein muss. Rentner, die über diesen Werten liegen, die Steuer aber nicht leisten können, werden gestundet, die Erben müssen dann nachzahlen. (Der Finanzminister stellte fest, dass rund 45% der Hauseigner Ungarns bereits eine jährliche Lokalsteuer von durchschnittlich 15.000 HUF für Immobilien zahlen. Diese könnten sie von der neuen Steuer abziehen. Bis zu 250.000 Objekte werden für die Immobiliensteuer in Frage kommen.)

- die lokal unterschiedliche Gewerbesteuer wird ab 2010 zentral von der APEH und nicht mehr den kommunalen Behörden eingehoben. (sie erhalten sie dann von der APEH ausgezahlt, die Höhe können die lokalen Autoritäten auch weiter selbst festlegen).

- die Regierung plant eine Art Strafsteuer von 30% für Geld, dass in Steuerparadise abgezweigt wird. Man ließ aber vorerst offen, wie das umgesetzt werden soll.

Die Änderungen, die bereits 2009 greifen (Mehrwertsteuer etc.), finden Sie hier

Friede den Hütten?
Bajnai benennt Zielgruppe der Immobiliensteuer in Ungarn

 

(c) Pester Lloyd

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