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(c) Pester Lloyd / 23 - 2009 POLITIK 07.06.2009 _______________________________________________________
Amtliche Wahlergebnisse
Ungarn: Rechtsradikale triumphieren
Jobbik bei fast 15%, MSZP erhält bittere Quittung, Fidesz mit absoluter Mehrheit, MDF schafft ein Mandat
Der Fidesz von Viktor Orbán hat, nicht überraschend, die Europawahl in Ungarn mit
einer absoluten Mehrheit der abgegebenen Stimmen gewonnen, blieb aber mit ca. 56% weit hinter dem erwarteten Ergebnis von zwei Dritteln der Stimmen zurück. Die
Regierungspartei MSZP versank mit 17,4%.
Dritte Kraft und nun fast so stark wie die MSZP
ist das rechtsradikale Jobbik mit fast 15% geworden. Die Partei, aus der auch die gegen Roma hetzende, neofaschistisch auftretende "Ungarische Garde" hervorging, sahen
Projektionen bei maximal 8%, vor einem Jahr stand sie noch bei 2-3%. In manchen Komitaten in Ost- und Südostungarn überholte sie sogar die MSZP mit Ergebnissen von bis zu 22,8%.
Überraschend ist auch das Mandat für die ehemalige Wendepartei, das
moderat-konservative MDF, der ein Scheitern vorhergesagt wurde. Der ehemalige Koalitionspartner der MSZP, das liberale SZDSZ verliert massiv und schaffte nicht
einmal in Budapest, wo es den Bürgermeister stellt noch den Sprung über die 5%-Hürde. Parteichef Fodor trat bereits zurück.
Die Wahlbeteiligung liegt bei 34,9% und ist damit nochmals rund 2,5%-Punkte
geringer als vor fünf Jahren.
Die Prognosen der Meinungsforschungsinstitute lagen völlig daneben und stellen eine
ziemliche Blamage für ihre Zunft dar.
Die Ergebnisse im Überblick:
Nach Auszählung von 99,9% der Wahlbezirke, ergibt sich folgendes Ergebnis
Fidesz - 56,4% = 14 Mandate MSZP - 17,4% = 4 Mandate Jobbik - 14,77% = 3 Mandate MDF - 5,3% = 1 Mandat
Die 5%-Hürde nicht geschafft haben: SZDSZ 2,16%, LMP (Grün-Alternative) 2,6%,
Kommunisten 0.96% und MCF (Romapartei), 0,47%.
Die Wahlbeteiligung liegt bei 34,9%
Detaillierte Ergebnisse nach Komitaten, Regionen und den Bezirken Budapests erhalten Sie auf der offizielen Wahlseite http://www.valasztas.hu/
Quelle: Nationale Wahlkommission
(c) Pester Lloyd
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