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(c) Pester Lloyd / 25 - 2009 WIRTSCHAFT 16.06.2009
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Bier sucht Deckel

Dutzende Brauereien in Osteuropa stehen zum Verkauf

Der weltgrößte Braukonzern, Anheuser-Busch InBev hat sich überlegt, dass er sich mehr um den amerikanischen Markt kümmern muss. Daher verkauft er fast alle seine Brauereien in Osteuropa, auch Borsodi in Ungarn. Toller Plan: erst kauften die Multis sämtliche Traditionsmarken auf, nun lassen sie sie im Regen stehen oder gar in die Hände von Finanzinvestoren. Auch Heineken schließt zwei Werke in Tschechien.

Anheuser-Busch InBev, der größte Braukonzern der Welt, trennt sich von fast allen seiner osteuropäischen Beteiligungen. Dabei ist auch die traditionsreiche Brauerei Borsodi Sörgyár. So meldet es die belgische Zeitung "Le Soir". Insgesamt sollen elf Bierfabriken in Mittelosteuropa abgestoßen werden, als Teil eines Rationalisierungsprogrammes im Konzern. Auf den Markt kommen neben dem Werk in Borsod / Ungarn, in dem sozusagen das Bier des Volkes hergesetllt wird sowie ausländische Lizenzprodukte, auch die Brauereien in Bulgarien, Rumänien, Serbien, Koratien, Tschechien und Montenegro. Diese produzierten bisher rund 15 Millionen Hektoliter im Jahr.

Am liebsten hätte es die InBev, wenn sie das ganze "Ostpaket" an einen Abnehmer bekäme, schreibt "Le Soir", eine offizielle Bestätigung von Unternehmensseite liegt bisher aber noch nicht vor, ebenso keine Wunschpreise. Die Zeitung kolportiert diverse Finanzinvestoren, kann aber deren Interesse nicht weiter untermauern. Es heißt weiter, dass vor allem die kroatischen, rumänischen, tschechischen und montenegrinischen Brauereien deutlich hinter den Ertragserwartungen des Konzerns zurück geblieben sind. Lediglich die Beteiligungen in Russland und der Ukraine bleiben demnach in Händen von InBev. Die Borsodi Sörgyár hat aufgrund der starken Eigenmarke gute Chancen am Markt zu bestehen. Wenn aber das Lizenzgeschäft durch einen neuen Besitzer nicht adäquat ersetzt werden kann, drohen Kapazitätskürzungen, ergo Entlassungen.

Erst im Vorjahr hatte die belgische InBev in einem Megadeal von 52 Milliarden US-Dollar, Amerikas größtes Brauhaus, Anheuser-Busch erworben, dass unter anderem die amerikanischen Version von Budweiser vermarktet, die in Mitteleuropa einen ähnlichen Ruf wie Spülwasser genießt, in Amerika aber Grundnahrungsmittel ist. Die Finanzierung dieser Übernahme hat sich in Zeiten der Finanzkrise verteuert, was wohl zu diesen Schritten nötigt. InBevs größte Marken in Europa sind Stella Artois, Beck´s und Leffe. Das Unternehmen bündelt nun seine Operationen für den amerikanischen Markt, daher die Umstrukturierung in Europa. Kürzlich verkaufte man schon für rund 1,4 Mrd. EUR die Oriental Brauerei in Südkorea an einen Finanzinvestor. InBev hat als Gruppe letztes Jahr fastt 40 Mrd. USD Umsatz gemacht, um die 120.000 Menschen arbeiten für den Konzern.

Auch der Heineken-Konzern will zwei Brauereien in Tschechien schließen. Es geht um die Bierfabriken in Kutná Hora (Mittelböhmen) und Znojmo (Südmähren). Knapp 40 Angestellte werden dadurch ihren Job verlieren und sollen "abgefunden" werden. Heineken, die Nr. 3 in der Welt produziert in Tschechien u.a. die Marken Starobrno, Dačický und Hostan. Zur Begründung teilt das Unternehmen die übliche Formel mit: "Mit Hinblick auf Kosten, Effektivität und Sicherheit kann der Betrieb in den betroffenen Brauereien nicht aufrecht erhalten werden", so Lieven van der Borght, Generaldirektor von Heineken in Tschechien. Die Produktion werde in die Brauerei Starobrno nach Brünn (Südmähren) verlagert.

www.borsodi.hu
www.ab-inbev.com

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(c) Pester Lloyd

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