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(c) Pester Lloyd / 25 - 2009
WIRTSCHAFT 18.06.2009 _______________________________________________________
Gastarbeiter werden gegen Ungarn getauscht
Gastarbeiter, legale wie illegale, haben in der Krise zuerst ihre Jobs verloren. Wir
berichteten bereits über den Exodus tausender Slowaken, die in Ungarn bei Autozulieferern und im Baugewerbe tätig waren, vermittelt als Zeitarbeiter von teils
dubiosen Arbeitsvermittlern. Für sie galten praktisch keinerlei arbeitsrechtliche Grundstandards.
Die Wirtschaftszeitung Napi Gazdaság versucht diese Vorgänge nun in Zahlen zu
erfassen, was in den verwinkelten Gefilden der Grauwirtschaft nicht leicht ist. Die Zeitung schätzt, dass seit Ende 2008 bis zu 12.000 Gastarbeiter Ungarn verlassen
haben. Dabei stüzt man sich auf Angaben der regionalen Arbeitsämter, was schon verdeutlicht, dass es hier eine enorme Dunkelziffer hinzu zu zählen gilt, um der
Wahrheit näher zu kommen. Im Sommer sollen demnach nochmals rund 4.000 Menschen folgen. Im ersten Quartal erteilte die staatliche Arbeitsagentur 15% weniger Arbeitsgenehmigungen als vor einem Jahr.
Bei den Entlassungen geht es aber längst nicht nur um weggefallene Arbeitsplätze. In
manchen Regionen werden 15-20% der "neuen Jobs" kreiert, in dem man die Ausländer, die man erst vor wenigen Jahren noch hofierte, vor die Tür setzt und
dafür Ungarn einstellt, denen es nun offenbar schlecht genug geht, damit sie für sie früher unwürdige Arbeiten verrichten. Macht sich auch viel schöner in der Statistik.
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(c) Pester Lloyd
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