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(c) Pester Lloyd / 25 - 2009
WIRTSCHAFT 17.06.2009 _______________________________________________________
Wohnungsmarkt halbiert
Krise, Banken und Staat vermiesen den Markt
In Budapest werden so gut wie keine neuen Wohnungen mehr verkauft, der Markt "neigt zum Kollabieren", schreibt ein Wirtschaftsmagazin. Noch vor
kurzem schossen die Wohnparks wie Pilzkolonien aus dem Boden Budapests und den Randlagen. Heute ziehen die Entwickler ab, der Leerstand ist riesig. Die Preise sinken aber nur langsam.
Aus Budapest gibt es derzeit kaum noch neue Projekte zu melden, noch vor einem
Jahr flatterten täglich Prospekte der Wohnparks auf den Tisch. Was jetzt noch gebaut wird, war schon lange geplant und der Leerstand von fertig gestellten
Objekten ist stark gestiegen und steigt weiter. Das eigentliche Problem: entgegen den Beteuerungen, die Regierung würde den Kreditfluss "auch zum Privatkunden"
durch die Bedingungen ihrer Hilfspakete sicherstellen, finanzieren Banken eben kaum noch Wohnungen, weder den Käufern noch den Erbauern und wenn, dann nur zu
unleistbaren Zinsen. Die Sicherheiten, die heute verlangt werden, sind so hoch, dass jene, die über eine solche Bonität verfügen, keine Fremdfinanzierung brauchen.
Leerstand im “Paradies”? - Der Wohnpark “Éden” im Stadtteil Újpest
Hinzu kommt die veränderte Gesetzeslage bei der Förderung von jungen Familien
und deren Wünschen nach eigenen vier Wänden. Manche hofften, dass diese Ankündigung, zusammen mit der für Juli angedrohten Mehrwertsteuererhöhung auf
25% im Frühjahr noch einmal einen Run auf Wohneigentum auslösen würde, aber dem war nicht so. Die Realeinkommen sinken, die Unsicherheiten auf dem
Arbeitsmarkt steigen und auch die angekündigte Immobiliensteuer von jährlich 0.35% auf Objekte ab 30 Mio HUF und 0,5% ab 50 Mio HUF ist nicht gerade ein
Motivator. Außerdem sanken die Preise auf dem "Gebrauchtwohnungsmarkt" in einer Größenordnung, die Erbauer neuer Wohnungen aufgrund der Refinanzierungslage
nicht mitgehen können, manche wollen das aber einfach auch nicht.
Eine Umfrage des Finanzportals Portfolio.hu unter den führenden Immobilienbüros
der Stadt ergab, dass im ersten Quartal 2009 in ganz Budapest gerade knapp über 200 Einheiten verkauft werden konnten, im gleichen Zeitraum 2008 waren es noch
mehr als doppelt so viele. Im Mai waren es 25 zu früher 150. Projektionen sahen den Budapester Markt für bis zu 8.000 neu gebaute Wohnungen pro Jahr gut. Diese
Gedankenspiele sind nun in der Realität angekommen. Selbst ein in zwei bis drei Jahren halbwegs erholter Markt fasst in dieser Stadt gerade noch die Hälfte davon.
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(c) Pester Lloyd
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