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(c) Pester Lloyd / 26 - 2009 NACHRICHTEN 25.06.2009
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Hochwasser in Ungarn und Mittelosteuropa

Am Sonntag kommt das Hochwasser nach Budapest
Rába bei Szentgotthárdt erreicht historischen Höchststand

Die Hochwassersituation ist in Teilen Österreichs, vor allem aber auch in Tschechien dramatisch. In Tschechien starben bereits sieben Menschen, Tote werden auch in Österreich befürchtet, in der Slowakei ist schon zum Teil der Zugverkehr gesperrt. Auch Ungarn ist betroffen, Prognosen warnen für Sonntag auch in der Region Budapest vor Überschwemmungen.

In Szentgotthárd hat am heutigen Donnerstagmorgen die Rába ihren höchsten jemals gemessenen Pegelstand erreicht. Auf dem Gipfel der Flutwelle am Donnerstag erreichte die Rába 5 m, 30 Zentimeter mehr als bei der großen Flut im Jahre 1965. Allerdings ist durch das Nachlassen des Regens in den meisten Teilen Mittelosteuropas die Wassermenge nicht so langanhaltend hoch wie damals, auch sind die Hochwasserschutzmaßnahmen sehr viel effizienter, so dass keine große Gefährdung bestehe, meinte der Leiter der westtransdanubischen Direktion für Wasserwirtschaft gegenüber MTI. Der nationale Wetterdienst sieht die Sache freilich etwas anders: für die Nacht zum Freitag wird wieder eine starke Zunahme der Bewölkung erwartet mit Regen, Sturm, Gewitter und Hagel.

Zwischen Szentgotthárd und Jennersdorf musste die GySEV den Zugverkehr stellenweise unterbrechen und Ersatzbusse einsetzen, weil Schienen an zahlreichen Stellen unterspült worden waren. Im Komitat Komárom-Esztergom wurde die erste Hochwasserwarnstufe ausgerufen, auch die Lajta und die Marc sowie die Rábca liefen über.

Die Rába bei Szentgotthárd

Für Sonntag wird ein erster Höhepunkt der Flut für den Raum Budapest erwartet. Als erstes betroffen sein werden demnach das Gebiet am Római Fürdö sowie die unteren Kaistrassen in Budapest. Zuverlässige Angaben über weitere Vororte wie Leanyfalú, Szentendre oder Budakalász liegen noch nicht vor.

Tote in Tschechien, Vermisste in Österreich

In Tschechien sind bereits sieben Menschen durch das Hochwasser ums Leben gekommen. Eine Frau ertrank in ihrem Haus, eine 55jährige wurde im Novy Jicin von Fahrzeugen zerquetscht. iIm gleichen Gebiet, bei Jeseník nad Odrouban ertranken drei weitere Menschen im Wasser. Zwei weitere Todesfälle gehen auf Herzinfarkte zurück, die Patienten wurden zu spät von Ärzten erreicht. Sowohl in Tschechien als auch der Slowakei sind etliche Straßen, zum Teil auch Autobahnabschnitte wegen Hochwasser gesperrt.

Die Copa Cagrana, eine Vergnüngungsmeile in Wien zwischen Kaisermühlen und Floridsdorf, Fotos: Pester Lloyd

In Österreich sind vor allem die Region um Steyer in Oberösterreich sowie zahlreiche Orte in Niederösterreich betroffen, etliche sind bis in die Altstädte hinein vollgelaufen. In der Muhr rutschte ein Autofahrer mit seinem Geländewagen in die Fluten, er wird bis jetzt vermisst. In Wien schwoll der sonst dahindümpelnde Wien-Fluss auf reißene Ausmaße an. Das Donauinselfest am Wochenende, zu dem Hunderttausende erwartet wurden, ist wegen Schlamm und Hochwasser von Absage bedroht.

Aktuelle Wasserstände der Donau lt. Staatlichem Amt für Wasserwirtschaft
 

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