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(c) Pester Lloyd / 27 - 2009 WIRTSCHAFT 02.07.2009
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Neuer Bahnchef in Ungarn ist ein Mann der Opposition

Dass neue Regierungen wichtigte Posten in Staatsunternehmen mit eigenen Leuten besetzen, ist normal. In Ungarn, wo die Spaltung zwischen den imaginären Hauptlagern tiefer ist als anderswo, ist aber derzeit nichts normal. Dort besetzt die derzeitige Regierung den Posten des Bahnchefs mit einem Intimus des Oppositionschefs Orbán. Der Fidesz-Mitgründer und Kandidat für das Europaparlament, Miklós Andrási, soll - im Auftrag der sozialistischen Regierung - die ungarische Staatsbahn MÁV aus der finanziellen Misere führen. Das ist sachlich in doppelter Hinsicht ein kluger Schachzug.

Unterstellt man, dass es Gordon Bajnai wirklich nur um die Sache geht, dann verhindert er mit diesem Schritt, dass in ca. 10 Monaten, nach den Wahlen, bereits wieder ein neuer Bahnmanager ernannt werden muss. D.h. das marode Unternehmen hat nun erst einmal Planungssicherheit. Außerdem darf nun der Fidesz einmal zeigen, was er kann. Freilich, noch eine Weile wird sich auch Andrási auf das von Sozialisten konterminierte Arbeitsumfeld herausreden können, aber er kann und muss daraus eigene Schlüsse und Entscheidungen ableiten. Das Volk kann also der Opposition schon einmal ausschnittweise beim Regieren zusehen.

Auch die ehemalige Cargo-Sparte der MÁV, heute ein Tochterunternehmen der österreischischen ÖBB bzw. der Rail Cargo Austria, hat einen neuen Chef. Imre Kovács wurde durch den Aufsichtsrat zum Vorstandschef bestellt. Er war bisher Stellvertreter für den Verkauf und ersetzt László Atol.

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