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(c) Pester Lloyd / 27 - 2009 POLITIK 02.07.2009 _______________________________________________________
Hungaro-Fundis und Euro-Realos
Die Ungarn in der Slowakei spalten sich in zwei Lager
Die dauerhafte Spaltung der Vertretung der Ungarn in der Slowakei wird Realität. Das Motto: ich kenne keine Parteien, ich kenne nur Ungarn, nach
welchem Pál Csáky argumentiert und handelt, scheint in der europäischen Realität ausgedient zu haben. In Zukunft wird es einen Fundi- und einen Realo-Flügel geben.
Fast 30.000 Unterschriften kann Béla Bugar
(Foto) vorweisen. 10.000 hätten schon genügt, um die neue Partei Hid-Most (ung./slow.: Brücke) beim slowakischen Innenministerium anzumelden. Der Ex-Vorsitzende der Partei der
Ungarischen Koalition (SMK) hat sich vor einigen Monaten und endgültig mit der Europawahl von seiner ehemaligen politischen Heimat getrennt. Diese war in Händen des ungarischen
Nationalisten Pál Csáky mehr und mehr zu einer Partei verkommen, die auf Provokation der Slowaken aus war und sich zu einseitig an den nationalkonservativen
Fidesz in Ungarn angeschmiegt hatte, um noch eine Vertretung "der" Ungarn in der Slowakei sein zu können.
Die breite Unterstützung, die Bugars Neugründung jetzt erhalten hat, bestätigt ihn
in seinem Gefühl, dass die meisten ethnischen Ungarn in der Slowakei auf Ausgleich und ruhige Nachbarschaft setzen. Die ewigen Trianon-Parolen und das Gejammer
über echte und vermeintliche Unterdrückung der Minderheit sei keine Basis für eine derartige Nachbarschaft. Bugar war der Gründungschef der SMK 1998 und genießt
auch bei slowakischen Politikern und in der Mehrheitsgesellschaft ein hohes Ansehen. Er will ausdrücklich auch slowakische Mitglieder in seiner neuen Partei.
Diese kann von Pál Csáky und seinen Anhängern nicht einfach als bedeutungslose
Abspaltung einiger Abtrünniger abgetan werden, auch wenn dies in gute ungarischer Diffamierungskultur, die man aus dem "Mutterland" übernommen hat, versucht
wird. Csáky schrie von "Verrat". Seine Partei verlor fast 40% ihrer Zustimmungswerte. Sie lagen landesweit bisher immer bei ungefähr 10%, jetzt sind es noch 6%.
Die dauerhafte Spaltung der Vertretung der
Ungarn in der Slowakei wird Realität. Das Motto: ich kenne keine Parteien, ich kenne nur Ungarn, nach welchem Csáky (Foto) argumentiert und handelt, scheint in der
europäischen Realität ausgedient zu haben. In Zukunft wird es einen Fundi- und einen Realo-Flügel geben.
Schon jetzt sind von den 20 SMK-Abgeordneten
im Parlament in Bratislava 5 aus der Fraktion ausgetreten. Nur auf den ersten Blick ist diese Spaltung ein Vorteil für slowakische Nationalisten. Eine ausgewogene,
friedfertige und auf Kommunikation setzende Politik seitens der ungarischen Slowaken könnte gerade den Slotas die rhetorische Munition nehmen, die sie so gern auf die Ungarn abfeuern.
Ein Problem könnte Bugar jedoch noch bekommen: nimmt man das gerade
verabschiedete und heftig kritisierte Sprachengesetz beim Wort dürfte seine Partei nicht Híd-Most heißen, sondern Most-Híd, wobei Híd ein wenig kleiner geschrieben sein müsste...
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(c) Pester Lloyd
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