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(c) Pester Lloyd / 28 - 2009 NACHRICHTEN 08.07.2009
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RTL Ungarn bekommt Zwangs-Sendepause

Eine außergewöhnliche Strafe erwartet den größten privaten Fernsehsender Ungarns. Weil der staatliche Medienregulator Anstoss an einer Sendung nahm, droht jetzt ein halber Tag Sendepause. RTL Klub ist unter den Privatsendern in Ungarn der beliebteste und daher auch erfolgreichste. Sich gegen die behäbige staatliche Konkurrenz durchzusetzen fiel nicht schwer, denn das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist noch irgendwo in der Vorwendezeit hängen geblieben. Das Angebot von RTL Klub ist noch soapiger, noch flacher und noch actionmäßiger als dass der großen deutschen Schwester. Einschaltquote ist auch hier alles.

Neulich im März lief wieder eine dieser unsäglichen Nachmittags-Talkshows, die nicht zu unrecht als Sozialpornographie bezeichnet werden. Thema war Pädophilie und dieses Thema wurde derart genüsslich und detailreich besprochen, dass den Medienaufsehern der Kragen platzte. Die Sprache sei obszön gewesen und die Schilderungen reichten schon fast an Pornographie heran. Mit Aufklärung hatte das alles nichts mehr zu tun. Ganz falsch, sagt RTL dazu. Pädophilie sollte kein Tabuthema sein, erst recht, da ja Jugendliche davon betroffen sind. Da könne jede Information hilfreich sein.

Information hin, Unterschichten-TV her, RTL Klub muss nun zur Strafe 12 Stunden sein Programm einstellen. Das kostet den Sender locker 100 Mio Forint an Werbeeinnahmen (ca. 360.000 EUR). Sollte die Medienaufsicht in Zukunft generell Qualität als Kriterium für Sendungen anlegen, dann blieben viele Bildschirme schwarz, nicht nur in Ungarn. Was für eine Wohltat wäre das...

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