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(c) Pester Lloyd / 31 - 2009
WIRTSCHAFT 30.07.2009 _______________________________________________________
Hat Permira BorsodChem ausgeschlachtet?
Hinsichtlich der Kreditanfrage des ungarischen Chemieunternehmens BorsodChem
über bis zu 100 Mio EUR, verlangt die staatliche Ungarische Entwicklungsbank belastbare Garantien für die Rückzahlung. Der Deal (wir berichteten) ist also noch
längst nicht in trockenen Tüchern.
Grund für das Misstrauen ist das Finanzgebaren des Eigentümers Permira. Dieser
hatte sich 2007 eine Dividende von umgerechnet rund 294 Mio EUR auszahlen lassen, wovon nur rund ein Drittel aus dem Nachsteuergewinn des Geschäftsjahres
stammte, der Rest wurde aus Gewinnrücklagen entnommen. Außerdem erhöhte sich in dem an sich erfolgreichen Geschäftsjahr 2007 die langfristige
Kreditaufnahme wundersamerweise von 6,6 auf 124 Mrd. HUF (damals knapp 500 Mio EUR) sowie die kurzfristigen Kredite gegenüber einem Schwesterunternehmen auf 83,7 Mrd. HUF.
Permira hatte BorsodCHem erst ein Jahr zuvor übernommen, was den Verdacht
des Ausschlachtens durch Permira nahelegt. Permira hatte die Übernahme praktisch aus den Eigenmitteln und Kreditlinien des zu übernehmenden
Unternehmens finanziert, was nicht gerade von einem seriösen Engagement zeugt. Nun fehlt BorsodChem das Geld um eine neue, dringend benötigte
Fabrikanlage fertig zu stellen, wofür man auf diesen Quasi-Staatskredit zurückgreifen möchte. Die Bank und das Finanzministerium beauftragten daher
eine Reihe unabhängiger Prüfer, die eroieren sollen, ob Permira, bzw. BorsodChem in der Lage sind, den Kredit wie vereinbart zu bedienen. Auch die
Frage, warum Permira sich nichts selbst um den Kredit bemühe, steht noch im Raum.
Staatsgeld für Finanzalchemisten
BorsodChem erhält einen 100 Mio EUR Rettungskredit
Als hätte der ungarische Staat nicht genug
damit zu tun, sich selbst zu finanzieren, springt das Land jetzt auch noch bei BorsodChem ein und unterstützt die Chemiefabrik mit einem Kredit von
beachtlichen 100 Mio EUR, weil die Banken wohl nicht mehr so recht wollen. Das große ungarische Chemieunternehmen BorsodChem ist ein Beispiel dafür, wie ein
laufender Betrieb durch die falschen Eigentümer in Schwierigkeiten kommen kann.
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