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(c) Pester Lloyd / 34 - 2009
WIRTSCHAFT 20.08.09 _______________________________________________________
Quacksalber aus Asien?
BorsodChem Ungarn sieht sich mit einem feindlichen Übernahmeversuch konfrontiert
Nach Angaben des Vorstandschefs des börsennotierten ungarischen
Chemieunternehmens BorsodChem, Wolfgang Büchele, gegenüber der Nachrichtenagentur MTI, ist ein asiatischer Investor dabei das Unternehmen
aufzukaufen. Ein nicht näher benannter Player habe in großem Umfang "Mittlefristige Verbindlichkeiten" des Unternehmens "mit Hilfe von
Investmentbanken" aufgekauft und sichere sich so Zugang zu Anteilen am Unternehmen.
Es gäbe noch keinen Kontakt zwischen dem Unbekannten und den Gremien von
BorsodChem. "Wir sehen Intentionen für eine feindliche Übernahme", wird Büchele zitiert, der erst kürzlich von der BASF nach Ungarn wechselte um das Unternehmen auf Linie zu bringen. Es sei
zu befürchten, dass, wenn die Übernahme gelingt, wichtige Technologien und Know how nach Asien abwandern, was nicht nur Ungarns Produktion von Isocyanaten, grob gesagt,
einem Grundstoff der Kunststoffproduktion, unter Druck brächte, sondern alle europäischen Hersteller betreffen könnte.
Das derzeit wieder seit zwei Monaten profitabel arbeitende Unternehmen, in
Händen der Finanzinvestoren von Permira, hat gerade um einen Kredit bei der staatlichen ungarischen Entwicklungsbank von rund 100 Mio EUR für die
Fertigstellung eines Werkes angesucht. Es sieht sich jedoch immernoch alten Belastungen aus Finanzumverteilungen ausgesetzt. Es wird vermutet, dass
Permira den Kauf von BorsodChem zum Teil aus Vermögenswerten des gekauften Unternehmens bzw. einer Kreditbelastung desselben refinanziert hat.
Ein Permira-Sprecher wies zwar gegenüber unserer Zeitung jeden derartigen
Vorwurf, der auch in der ungarischen Presse aufgenommen wurde, als haltlos zurück. Belastbare Gegenargumente hat Permira aber bisher nicht geliefert,
lediglich negiert, mit einem Hinweis auf "nahestehende" Kreise. Im Gegenteil, man habe sogar bis zu 300 Millionen in das Unternehmen investiert, hieß es
telefonisch. Die genannten Argumente, womit letztlich die schwierige Finanzsituation eines eigentlich profitablen Unternehmens gegenüber Banken
erklärbar sind, wurden bisher aber nicht nachweisbar entkräftet.
Hat Permira BorsodChem ausgeschlachtet?
Staatsgeld für Finanzalchemisten
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