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(c) Pester Lloyd / 34 - 2009  WIRTSCHAFT 19.08.09
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Krankschreibung als Kündigungsschutz

Das Defizit des Gesundheitsfonds in Ungarn ist zehnmal höher als geplant

Das Defizit bei der ungarischen Krankenversicherung, dem nationalen Gesundheitsfonds, ist mittlerweile zehnmal so hoch wie geplant. Von Januar bis Juli hat sich ein Minus von insgesamt 63,3 Mrd. Forint angehäuft (ca. 231 Mio EUR). Der Plan war, mit einem Minus von rund 5 Mrd. HUF durch den Sommer zu kommen, um im Herbst wieder aufzufüllen und letztlich mit einer schwarzen Null abzuschließen, Pläne, die angesichts der Wirtschafts- und Arbeitsplatzentwicklung obsolet geworden sind, aber auch aufgrund steigender Medikamentenausgaben und der hohen Kosten für den Krankenhausbetrieb nicht mehr einzuhalten waren.

Von Januar bis Juli nahm der Gesundheitsfonds 784 Mrd. HUF ein (2,87 Mrd. EUR) und gab 848 Mrd. aus (3,1 Mrd. EUR). Am stärksten stiegen die Kosten für das Krankengeld an (also der Kassen-Anteil an der Lohnfortzahlung im Krarnkheitsfall), +14,1%. Nach einer Analyse der Wirtschaftszeitung Napi Gazdaság haben die Massenentlassung zu den hohen Krankenständen geführt. Arbeitnehmer nutzten die Krankschreibungen, um Kündigungen herauszuschieben. Während des Krankenstandes darf auch in Ungarn nicht ohne weiteres gekündigt werden. Für manche war ein solcher Trick existenziell, damit sie überhaupt auf die für das Arbeitslosengeld notwendige Anstellungsdauer kommen. Auch die Einnahmen aufgrund der Gesundheitsabgabe auf den Monatlsohn lag 7,1% unter Plan, so dass der Staat zusätzliche 186 Mrd. HUF (ca. 68 Mio EUR) zusätzlich in den Fonds einschießen musste.

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