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(c) Pester Lloyd / 36 - 2009
WIRTSCHAFT 05.09.09 _______________________________________________________
Banken in Ungarn ringen sich zu Ethikcode durch
Nach monatelangem Gezanke mit den Regulierungsbehörden, hundertausende
Zahlungsunfähige und zigtausende Zwangsräumungen später, haben die in der Bankvereinigung zusammengeschlossenen Kreditinstiute Ungarns endlich einen
"Ethikcode" zum Umgang mit in Schwierigkeiten geratenen Kreditkunden ausgearbeitet. Am Donnerstag Nachmittag wurde der entsprechende Entwurf der Finanzmarktaufsicht PSZÁF überreicht.
Die Angelegenheit zog sich in die Länge, weil es ein grundlegendes
Missverständnis zwischen Regierung und Banken gab. Letztere begriffen den Kodex vor allem als einen fakultativen Leitfaden, wie man, möglichst, mit
säumigen Zahlern umgeht. Dabei sollte zum Beispiel vermieden werden, dass die Bank einseitige Konditionsänderungen am Kreditvertrag vornimmt oder ohne
Ausschöpfung aller kommunikativen Möglichkeiten kulanzlos die Pfändung eingeleitet wird. Die Finanzaufsicht hingegen wollte keine freiwillige
Selbstverpflichtung, sondern ein Papier, dass verbindlich die gesamte Vergabeprozedur von Privatkrediten auch für die Zukunft beschreibt und das auch
entsprechende Kontrollen und Sanktionen bei Banken ermöglicht.
Erst die Drohung durch Regierungschef Bajnai, man könne all dies auch gesetzlich
regeln und eine immer aufgebrachtere Öffentlichkeit brachten die Banken, sehr langsam, in Bewegung. Péter Felcsúti, Vorsitzender des Bankenverbandes und
Chef der ungarischen Raiffeisenbank, befand, dass man ohnehin eine 70-80%ige Übereinstimmung mit der PSZÁF gehabt habe, es also eigentlich nur noch um
Details ging. Eigentlich sollte das Papier zum 1. September 2009, doch heißt es, dass es immer noch Differenzen gibt, so dass eine Verabschiedung bis Ende des
Monats September als fast schon ausgeschlossen gilt.
Zum Thema:
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(c) Pester Lloyd
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