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(c) Pester Lloyd / 36 - 2009
WIRTSCHAFT 01.09.09 _______________________________________________________
Wieder in der Falle?
Die Privatkreditvergabe in Ungarn steigt deutlich
Trotz einer eindringlichen Warnung der Nationalbank (unser Bericht), dass bis zu 15% der an Private ausgereichten Kredite ausfallen könnten, steigen die
konsumorientierten Privatkredite wieder massiv und übersteigen in manchen Segmenten schon das Niveau von vor der Krise. Die Zinssenkungen der
Nationalbank kurbeln die Spirale an, die Banken freuen sich auf Gechäfte, die auf Konsum getrimmten Kunden landen wieder in der alten Falle.
Der Vizechef der OTP hat sich schon laut gefreut,
dass man endlich wieder Geld zu vernünftigen Konditionen verleihen könnte. Und auch die Ankündigung, dass man bis Jahresende, den Leitzinssatz von jetzt 8% auf bis zu 6% absenken
könnte, stimmt Seinesgleichen optimistisch. Die neuesten Zahlen belegen, dass die Ungarn ihr Leben auf Pump, das viele von ihnen in der Krise in Schweirigkeiten brachte (rund 750.000 können ihre
Kredite nicht zurückzahlen), weiterführen wollen, was immer es kosten mag.
Im Juli wurden in Ungarns Bankfilialen
Hypothekenkredite auf Forintbasis an Privatpersonen in Höhe von 17,8 Mrd. Forint ausgereicht, ungefähr so viel wie einen Monat zuvor, aber rund 70% mehr
als im Juli vor einem Jahr. Konsumentenkredite, also alles was so auf Teilzahlung gekauft wird, stiegen auf 20,8 Mrd. (+10% zum Juni),
lagen aber noch rund 12% unter dem Niveau des Vorjahres. Kredite auf Häuser und Wohnungen kosteten im Juli noch rund 15% Zinsen pro Jahr, im Juni waren es
noch 14, vor einem Jahr meist unter 13%. Noch verrückter die durchschnittliche Verzinsung von Dispokrediten und Ratenkäufen, also allem was unter
"Konsumentenkrediten" läuft, die lag bei sage und schreibe 30,37% im Juli, wiederum etwas teurer als im Juni, vor einem Jahr lag die Rate im Schnitt noch
unter 25% p.a. Durch die massiven Zinssenkungen dürften sich die Raten etwas entspannen, eine echte Verbilligung wird es jedoch nicht geben, da sich die
Banken das Ausfallrisiko durch Zinsaufschläge refinanzieren werden müssen.
Eurokredite haben die Kredite in Schweizer Franken bei der Neuvergabe
allmählich abgelöst. Der Euro wurde auch in Ungarn zur Krisenwährung. Deren Vergabe ist, im Privatsegment, ungefähr gleich geblieben. Für Kredite auf
Eurobasis zahlte man im Juli in Ungarn im Schnitt 9,73% Zinsen p.a., im Juni waren es noch 8%, vor einem Jahr lag man noch unter 7%. Das Geschäft mit auf
Schweizer Franken lautenden Krediten ist faktisch zusammengebrochen. Vor einem Jahr wurden allein im Juli für 71,4 Mrd. HUF CHF-Kredite ausgereicht, in
diesem Juli waren es noch 4,7 Mrd. HUF. Viele Ungarn hatten noch Glück im Unglück, da sich der Kurs zum CHF wieder spürbar erholt hat. Dennoch sind die
(alten) Frankenkredite für die Rückzahlenden im Schnitt um 25-40% teurer geworden als vor der Krise.
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(c) Pester Lloyd
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