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(c) Pester Lloyd / 38 - 2009 POLITIK 14.09.2009
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Bajnai: Roma-Ghettos in Ungarn werden aufgelöst
Rund 200 Angehörige der ungarischen Roma sollen bevorzugt in die staatliche
Verwaltung aufgenommen werden. Das kündigte Ministerpräsident Gordon Bajnai am Wochenende in der Tageszeitung Népszabadság an. Im ersten Jahr könnte ein
Großteil der Gehälter durch ein EU-Projket finanziert werden. Vorbedingung sei jedoch, dass diese Roma einen Universtitätsabschluss haben. Außerdem wolle
man damit beginnen, "100 der rund 500 Zigeunerghettos aufzulösen", so Bajnai. Der Zugriff auf EU-Töpfe für Kommunen werde ab Januar von entsprechenden
Plänen abhängig gemacht. Kürzlich machte auch die US-Botschaft ein Angebot an Roma-Absolventen zur Verbesserung ihrer Jobchancen. Aus unserer Sicht sind das
Pseudoaktionen, das Problem der Roma in Ungarn besteht in erster Linie darin, dass die meisten zu ersteinmal Zugang zur Elementarausbildung, sprich
Kindergarten, Grundschule etc. sowie reale Chancen auf einen Hauptschulabschluss bräuchten.
Heute, Montag, erstatteten rund 400 Roma-Frauen aus Edelény, einem Ort im
Nordosten Ungarns, Anzeige gegen ihren Bürgermeister, Oszkár Molnár. Der Fidesz-Politiker habe "diffamierende Aussagen" über Romafrauen getätigt. Vor
einigen Tagen hatte Molnár auf einem Treffen von Vertretern von Kommunalverwaltungen gesagt, dass die Romafrauen in seinem Gebiet sogar ihre
ungeborenen Kinder schändeten, um an höhere Sozialleistungen zu kommen. Daraufhin formte sich ein Proteststurm gegen den Politiker, rund 500
protestierten vor dem Bürgermeisteramt. Der Bürgermeister erwiderte, er stehe zu seinen Aussagen und würde sie auch vor Gericht verteidigen können.
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(c) Pester Lloyd
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