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(c) Pester Lloyd / 40 - 2009  WIRTSCHAFT 30.09.2009
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Rettung vor dem Filmriss

Eine Medienfirma aus Berlin kauft Budapest Film in höchster Not und modelt den Filmverleiher zum Content-Provider um

Die A Company aus Berlin erwirbt 51% an Budapest Film. Damit wird die deutsche Medien-Holding Mehrheitseigner am wichtigsten Filmverleiher Ungarns, dessen Überleben damit gesichert sei, wie das Unternehmen verkündet. Man nutzt die Gunst der Stunde, der Markt strauchelt, die Konkurrenten fallen. 25 Produktionen pro Jahr sollen durch die krisengeschüttelte Budapest Film weiter in die Kinos kommen. Video-on-Demand wird ausgebaut und zwar in ganz Osteuropa.

Die Budapest Film wurde 1987 als Filmverleih und Kinobetreiber gegründet und hat sich seit dem zum führenden, unabhängigen Filmverleiher und Videovertrieb Ungarns ausgebaut, der auch die wohl vier besten Kinos der Hauptstadt betreibt. Der Marktanteil im Verleihgeschäft 2008 lag aber dennoch nur bei rund 10 %. In den letzten Monaten machten häufiger Meldungen über eine bevorstehende Insolvenz des Unternehmens die Runde. Nur durch den Noteinstieg zweier Private Equity Firmen (25,2%) konnte da Unternehmen überhaupt weiter existieren.

Bereits seit 2004 ist Budapest Film Vertriebspartner der EEAP, seit 2007 bietet man über "Filmklik" 600 Filme online an. Auch an letzterem Unternehmen ist A Company bereits beteiligt. Mit dem Kauf von Budapest Film schnappen sich die Deutschen auch einen 54%-Antei an der marktführenden Video Service und DVD Distributionsfirma ADS und setzen, ganz nebenbei eine lange Tradition der Zusammenarbeit im Filmgeschäft zwischen Budapest und Berlin fort, die bis in die Zeiten des Stummfilms reicht. Leider wird die Nostalgie nicht viel Platz in dem beinharten Geschäft haben. A Company kündigte schon einen neuen, zeitgemäßen Auftritt und ein neues Marketingkonzept an.

Es ist beabsichtigt, so teilt die Firma mit, auch weiterhin bis zu 25 Filme pro Jahr herauszubringen. Ferner soll die Video-on-Demand-Plattform durch erweitere Marketingmaßnahmen sowie einer erheblichen Aufstockung des Filmbestands ausgebaut werden. "Filmklik.hu dient ferner als Grundlage des von A COMPANY vor der Finanzkrise bekanntgegebenen Aufbaus einer panosteuropäischen VOD Plattform." heißt es in der Aussendung. „Die Ausgangslage für den Ausbau der Budapest Film zum wichtigsten, unabhängigen ‚Content-Provider’ Ungarns ist im Moment so günstig wie nie“, sagt Alexander van Dülmen, Vorstandschef der A COMPANY.

Er umschreibt die Pleite- und Skandalwelle auf dem ungarischen Film- und Kinomarkt dezent: „Einige der stärkeren Mitbewerber der Budapest Film haben aufgrund der Finanzkrise oder auch anderer Gründe ihre Geschäfte eingestellt oder stark zurückgefahren, so dass Budapest Film schon heute eigentlich die einzige relevante Verleih- und Vertriebsorganisation sowohl für ungarische Filmproduzenten als auch allen Indies aus dem internationalen Filmgeschäft ist. Mit dem Einstieg der A COMPANY wird Budapest Film die Möglichkeit haben, einerseits die gesamte Bandbreite der möglichen Synergien der A COMPANY Gruppe zu nutzen, andererseits die Zusammenarbeit mit allen TV-Sendern in Ungarn zu erweitern.“

Von Dülmen sieht einen Marktanteil von 15-17% am Horizont, was noch nichts über die eher düsteren Erwartungen am darbenden ungarischen Kinomarkt insgesamt aussagt. Der Einstieg ist daher ein strategischer Schritt in Richtung Markteroberung und Positionierung auf das Demand-Geschäft.

Ferenc Port, Generaldirektor der Budapest Film Zrt, der, wie es aussieht, das vorerst auch bleiben wird, sagt: „Ich hoffe sehr, dass mit dem Einstieg der A COMPANY nicht nur die Probleme der Budapest Film Kft in Bezug auf die Filmbeschaffung gelöst werden, sondern auch die Weiterentwicklung der Gesellschaft auf dem sich radikal wandelnden Filmmarkt wieder einsetzt. Durch die enge Zusammenarbeit mit A COMPANY kann die Filmversorgung der von der Budapest Film Zrt betriebenen Kinos Corvin, Müvész, Puskin und Toldi deutlich verbessert werden.“

Die A COMPANY ist eine auf den osteuropäischen Markt spezialisierte Medienholding, die hier vor allem als Verleiher auftritt, Filmrechte vermarktet, Lizenzhandel betreibt. Zu der stark expansiven Gruppe gehören auch die Firmen Eastern European Acquisition Pool EEAP, Time Code Media Elements und die Gala Media & Film International in Moskau.

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(c) Pester Lloyd

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