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(c) Pester Lloyd / 40 - 2009  GESELLSCHAFT 29.09.2009
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Clownerie für sozialen Frieden

Die EU präsentiert ihre soziale Seite passenderweise als Zirkus, Gastspiel in Ungarn

Man fragt sich, ob in Brüssel vielleicht eine unentdeckte Geheimarmee von mittellustigen Europagegnern gezielt daran arbeitet, das Image der Union restlos zu ruinieren. Akrobaten, Clowns und Stelzengeher werden uns diesmal angekündigt, gemeint sind aber wirkliche Zirkusleute und nicht etwa eine sportliche Abordnung aus dem EU-Parlament, die uns ihre Arbeitsweise versinnbildlichen wollte.

Haben Sie einen guten Arbeitsplatz? fragt dieses Plakat und meint, Europa schafft mehr und bessere Arbeitsplätze.

Die Marketing-Kampagnen der EU produzieren mitunter noch mehr Kopfschütteln als ihre unverständlichen Verordnungen. Wir sahen vor kurzem eine Abordnung von drittklassigen Soap-Darstellern und Sängerlein mit dem Slogan "Play to stop" durch Budapest ziehen. Mit einem Konzert und lauwarmen Worten fachlich unqualifizierter C-Promis wollte man für den Klimaschutz trommeln (unser Bericht). Nun wird uns die soziale Seite der EU, die sicherlich Potential hat und leider zu den vernachlässigten Ambitionen der Europäer gehört, ausgerechnet als Zirkus verkauft. "Weißt Du, was das soziale Europa für die tun kann?" heißt die Kampagne umständlich, die zwischen dem 10. und 12. Oktober auch über Ungarn herfällt.

Zu alt zum arbeiten? Europa gibt, so die Behauptung, Sicherheit für alle Altersgruppen

Akrobaten, Clowns und Stelzengeher werden uns angekündigt, gemeint sind aber wirkliche Zirkusleute und nicht etwa eine sportliche Abordnung aus dem EU-Parlament, die uns ihre Arbeitsweise versinnbildlichen wollte. Eine Serie von Shows und Spektakeln werden in einer Zirkusarena geboten, um, man muss es nochmal sagen, den sozialen Aspekt der Europäischen Union zu verdeutlichen. Zu alldem kommt eine abstruse Plakatkampagne, die uns aber auch in Ungarn nicht nur an drei Tagen beglückt, sondern, die "bei öffentlichen Veranstaltungen im ganzen Jahr" auftauchen werden.

Ziel sei es, so heißt es ganz offiziell, das Verständnis über die Grundwerte und den sozialen Auftrag der EU zu erhöhen. Wer will, kann sich das alles im Gödör Club in Budapest anschauen, aber vielleicht genügt auch ein Blick auf einige der reizenden Plakate. Dazu gibt es eine "professionelle" Konferenz und einige Präsentationen bereits laufender oder abgelaufener Projekte, die vielleicht wirklich und ernsthaft verdeutlichen können, welche Aufgabe das leicht gesprochene Wort von einem "sozialen Europa" bedeutet. Eigentlich ja nicht weniger als die Umwandlung des jetzigen, überwiegend auf die Egoismen der Konzerne und Nationen getrimmten. Oder nicht?

Eine Kampagne mittellustiger Europagegner in der EU-Zentrale?

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(c) Pester Lloyd

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