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(c) Pester Lloyd / 41 - 2009
KULTUR 08.10.2009 _______________________________________________________
Tribut
Fotoausstellung zu Pina Bausch im Goethe-Institut Budapest
Das Goethe-Institut in Budapest zeigt in seinen Ausstellungsräumen in der Raday Strasse (Café Eckermann) noch bis 30. Oktober eine Ausstellung In
Memoriam Pina Bausch. Eine Auswahl von Fotografien und Material zu verschiedenen Produktionen erinnern an die kürzlich verstorben große Choreographin, die schon zu Lebzeiten eine Legende war.
Es waren nie der reine, absolute und abstrakte Tanz und die leere Bewegung, die
Pina Bausch interessierten, sondern theatralische Bilder, sozialkritische Motive und realistische Elemente. Ganz konsequent bedeutete dies für die Choreografin,
daß ihre Tänzer nicht mehr stumm waren, sondern auf der Bühne auch singen und sprechen sollten. Ihre Tänzer wurden zu Individuen mit Vorlieben, Macken
und Ticks. Einzigartig war ihre Art, durch Fragen ihre Tänzer dazu zu bringen, ihr Innerstes ganz offenzulegen.
In den 80er Jahren entwickelte Pina Bausch die Art von Stücken, die ihre weitere
Karriere prägen sollten: Dem eigentlichen Schaffensakt ging immer eine intensive Recherche mit der ganzen Kompanie in verschiedenen Ländern voraus. Die
Goethe-Institute weltweit ermöglichten diese Recherche vor Ort, die für Pina Bausch so wichtig war. Mit dieser fachlichen, inhaltlichen und künstlerischen
Unterstützung wurden Einsichten in die jeweiligen Gesellschaften möglich: Besuche in noch nicht öffentlichen Katakomben in Rom, Karateunterricht von
Meistern in Hongkong, und Besuche von Romafesten in Ungarn – als sie Eindrücke zum Stück Wiesenland sammelte.
1999 verbrachten Pina Bausch und ihre Tänzer mit der Unterstützung de
Goethe-Instituts eine längere Zeit in Ungarn. Sie bereisten das Land und lernten Alltag und Kultur kennen. Dem folgte eine Probezeit im Budapester Tanztheater
Trafó. Aus den gesammelten Erlebnissen entstand das Stück Wiesenland /Zöld föld, das im Mai 2000 an drei Abenden im Budapester Vígszínház zu sehen war.
Unsere Ausstellung zeigt eine Auswahl aus den schönsten Augenblicken dieser Aufführungen – fotografiert von Klára Láng.
Pina Bausch starb am 30. Juni 2009 im Alter von 68 Jahren. Ihre Ehrlichkeit,
Neugierde und ihre Unvoreingenommenheit haben alle, die sie kennenlernten, stets in Erstaunen versetzt. Weltweit trauern Menschen um eine faszinierende Frau.
Werktags 9-19 Uhr, Quelle: Goethe-Institut
In Kooperation mit kultura.hu
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(c) Pester Lloyd
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