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(c) Pester Lloyd / 41 - 2009
BILDUNG 08.10.2009 _______________________________________________________
75% der Ungarn ohne Fremdsprachen
Anfang der Woche wurde das wahrscheinliche Aus für den zweisprachigen Unterricht für rund 30.000 Schüler durch Budgetkürzungen im nächsten Jahr
orakelt, jetzt schiebt Eurostat eine Umfrage nach, die eigentlich den umgehenden Ausbau eines solchen Unterrichts nahelegt. Drei Viertel der Ungarn
sprechen nach dieser Erhebung überhaupt keine Fremdsprache. Damit belegt Ungarn den katastrophalen letzten Platz aller 27 EU-Staaten, ein Platz davor:
Portugal, aber mit 51,3 Menschen ohne Fremdsprachenkenntnisse.
Dieses armselige Abschneiden erklärt Tamás Legradi mit der "sprachlichen
Isolation" des Landes. Es sei schließlich für einen Polen viel leichter Russisch zu lernen, jeder Slowake kan auch Tschechisch und die Portugiesen hätten mit
Spanisch und Italienisch auch weniger Probleme. Legradi meint auch, dass sowohl das Prestige als auch die Entlohnung im Lehrerberuf zu niedrig seien, um gute
Lehrer dauerhaft an den öffentlichen Schulen zu halten.
Diese Zahl ist bei dem insulanischen Charakter des Ungarischen ein kultureller
Offenbarungseid, schließen sich so doch 75% der Ungarn von jeder Kommunikation mit dem "Rest" Europas aus. Dies kann eine Erklärung für manch
abstruse nationalistische Entwicklung sein, es ist zumindest ein Armutszeugnis für die Bildungspolitik.
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(c) Pester Lloyd
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