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(c) Pester Lloyd / 40 - 2009 POLITIK 05.10.2009
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Aus für zweisprachigen Unterricht in Ungarn?
Momentan überbieten sich die Medien in Ungarn darin aufzuzeigen, was nach
Maßgabe des Entwurfes zum Staatshaushalt 2010 alles eingespart werden wird. Nun steht, nach einem Bericht der größten Tageszeitung Népszabadság, auch der
zweisprachige Unterricht zur Disposition. Die Zeitung zitiert den Leiter der Haushaltsarbeitsgruppe Bildung, András Tóth Tatai, mit den Worten, dass
zweisprachiger Unterricht nicht zur Grundausbildung gehört, daher müssten sich interessierte Schulen nach alternativen Finanzquellen umtun. Er nannte dafür z.B.
die lokalen Verwaltungen oder die Eltern. Den lokalen Verwaltungen werden im nächsten Jahr ohnehin Milliarden genommen, wenn die Eltern einspringen
müssen, wird die bilinguale Ausbildung eine reine Domäne der Besserverdienenden.
Mehr als einhundert Schulen in Ungarn bieten zweisprachige Unterrichtsmodelle
an, rund 30.000 Schüler erhalten dabei in durchschnittlich fünf Schulfächern eine zusätzliche Parallelausbildung in einer Fremdsprache, meist Deutsch oder Englisch.
Für den personalintensiven Unterricht waren im vorletzten Budget 74.000 Forint (270 EUR) pro Schüler und Jahr einkalkuliert, in diesem Jahr sank der Zuschuss
bereits um ca. 10%. Im Entwurf für 2010 ist der Posten ganz gestrichen. Diese Meldung ist besonders dramatisch, da Fremdsprachenkenntnisse gerade in einem
ein Land mit einer Inselsprache wie Ungarisch, dass aber vom Export und Tourismus lebt und zudem stark von ausländischen Investoren abhängig ist,
Grundvorraussetzung für eine qualifizierte Jobsuche sind. Offiziell wird zwar angegeben, dass über 66% der Ungarn eine Fremdsprache sprechen, die Realität sieht aber ganz anders aus.
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(c) Pester Lloyd
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