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(c) Pester Lloyd / 42 - 2009  POLITIK 16.10.2009
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Wieder Bahnstreiks

Die Bahner in Ungarn wollen mit einem Streik die Bahn retten

Ab Montag, 19. Oktober, muss wieder mit Ausfällen im Zugverkehr von, nach und in Ungarn gerechnet werden. Die Gewerkschaft VDSZSZ, die zwar nur einen kleinen, dafür wichtigen Teil der Bahnarbeiter der MÁV repräsentiert, hat heute entsprechende Arbeitskampfmassnahmen angekündigt. István Gasko, Chef der Gewerkschaft, sagt, "es ist Zeit, der Regierung in einem zeitlich und umfänglich unbegrenzten Rahmen, ihre Grenzen aufzuzeigen."

Auftakt für die Aktionen soll am Montag um 10.00 Uhr eine Kundgebung sein, bei der auch dieOpposition aufmarschiert. Die  Kampfansage der Bahner richtet sich in erster Linie gegen die rigiden Sparmaßnahmen, die im Haushalt von 2010 vorgesehen sind. Danach muss die ohnehin schwer verschuldete Bahn mit rund 40 Millarden Forint weniger Staatszuschüssen auskommen als bisher. Regierungschef Bajnai begründete diese Kürzung zum einen damit, dass er unbedingt das mit dem IWF und den anderen Gläubigern Ungarns Defizitziel von 3,8% einhalten will, bzw. muss. Zum anderen verweist die regierung darauf, dass der Anteil am BIP, dass der ungarische Staat für den öffentlichen Verkehr aufwendet mehr als doppelt so hoch ist wie in anderen Ländern.

Sowohl die nationalkonservative Opposition des Fidesz als auch die Gewerkschaft VDSZSZ, der eine Nähe zu jener zugesagt wird, kritisieren, dass die Existenz der Bahn dadurch bedroht sei. Den laufenden Betrieb haben die MÁV-Manager nur aus Gewinnen des Verkaufs der Cargo-Sparte aufrecht erhalten können, sie bräuchten aber eigentlich eine Mittelaufstockung für dringend benötigte Investitionen und Modernisierungen. Nun wird vermutet, dass die ohnehin verschuldete MÁV 2010 einen Kredit von um die 80 Milliarden Forint aufnehmen muss, um den laufenden Betrieb zu garantieren. Das kann sie aber nur, wenn der Staat dafür bürgt.

Der Ministerpräsident kritisierte diese Forderungen, schliesslich habe die Bahn durch jahrelanges Missmanagement Millarden sozusagen auf der Schiene liegen lassen. Durch die prekäre Finanzlage der MÁV wird die Stillegung von Nebenstrecken befürchtet, welche die Landbevölkerung und Pendler besonders hart träfe. Management und Regierung kritisieren den Streikaufruf als der Sache undienlich und politische motiviert.

Fahrgäste der Ungarischen Bahn müssen bereits ab Montag Nacht mit ausfallenden Zügen rechnen. Hinweise auf Ersatzverkehre und vermutliche Dauer der Ausstände gibt es unter www.mav.hu , mit Glück auch einmal auf Englisch.
 

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