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(c) Pester Lloyd / 43 - 2009
WIRTSCHAFT 20.10.2009 _______________________________________________________
Schuld sind immer die Anderen
General Electric Ungarn könnte bis zu 8.000 Arbeiter entlassen
Die Lichtsparte von General Electric macht die Europäische Union dafür verantwortlich, dass das Unternehmen eventuell massenhaft Arbeitsplätze in
Ungarn abbauen muss und vielleicht sogar eine gesamte Produktionssparte aufgibt. Selbstkritik ist den Amerikanern fremd.
Durch das schrittweise Verbot der
herkömmlichen Glühbirnen, müssten nun Überkapazitäten abgebaut werden, hieß es aus ungarischen Wirtschftsmedien, die sich auf Unternehmenskreise berufen. Ungarn könnte womöglich sogar den ganzen
Glühlampen-Zweig verlieren, was Jobverluste von rund 8.000 Menschen nach sich ziehen wurde.
Konkrete Planungen gibt es zwar noch
keine, doch stünde derzeit alles auf dem Prüfstand. Bis September 2012 wird schrittweise der Verkauf von herkömmlichen Glühlampen mit Glühfaden in der EU verboten werden. Diese werden dann durch
Energiesparlampen ersetzt, deren Energieeffizienz zwar bedeutend höher, deren Umweltbilanz jedoch sehr umstritten ist.
General Electric hatte Ungarn in den 90er Jahren zum Hauptproduzenten von
Leuchtmitteln für Mittelosteuropa ausgebaut (98% der Produktion in Ungarn ging bisher in den Export) und dabei sowohl von gutausgebildeten, dennoch billigen
Fachkräften als auch einem hohen Entgegenkommen der jeweiligen Regierungen bei Steuern und Staatshilfen profitiert. In Forschung und Entwicklung hat man in
Osteuropa jedoch weniger investiert, was sich jetzt rächt.
General Electric beschäftigt allein in Ungarn 8.000 Menschen in der Herstellung
von Leuchtmitteln, insgesamt sind es 11.000. GE betreibt acht Werke, bei Zulieferern konnten nochmals bis zu 20.000 Jobs gefährdet sein, wenn sich die Amerikaner gänzlich zurückziehen.
Seit Monaten laufen schon Gespräche, welche die Modalitäten fur anstehende
Massenentlassungen festlegen sollen, melden besorgte Gewerkschaftsvertreter. GE habe angedeutet, dass auch das neue US-Konjunkturprogramm dazu angelegt
sei, mit der Produktion eher wieder in die USA zurückzukehren. GE erwarte von der Regierung neuerlich Unterstützungen, um in Ungarn zu bleiben.
Gewerkschafter und Politiker nannten dies einen eiskalten Erpressungsversuch eines offenbar überforderten Managements.
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(c) Pester Lloyd
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