Hauptmenü

 

 

| More

 

(c) Pester Lloyd / 43 - 2009  POLITIK 20.10.2009
_______________________________________________________
 

Nabucco-Vertrag von Ungarn ratifiziert

Ungarn hat heute den Vertrag über die Errichtung der Nabucco-Pipeline ratifiziert. Eine parteiübergreifende Zustimmung wie heute, ist dabei eher die Ausnahme im ungarischen Parlament. 334 Parlamentarier stimmten für die Ratifizierung des Regierungsabkommens zwischen Ungarn, Österreich, Rumänien, Bulgarien und der Türkei, jene Länder, durch die die neue Leitung Erdgas aus der Region Zentralasien, Kaspisches Meer nach Europa bringen soll. Das Dokument regelt grundsätzliche Fragen der Errichtung und des Betriebs der Gasleitung für kommenden 50 Jahre.

Ein Konsortium aus den größten Öl- und Gaskonzernen der beteiligten Länder, MOL, OMV, Transgaz in Rumänien, Bulgargaz, Botas aus der Türkei und der deutschen RWE wollen das Projekt gemeinsam stämmen, wobei die EU nur relativ geringe Zuschüsse von 200 Mio EUR für die Vorbereitungsphase gewähren wird. Eine Art politischer Aufsichtsrat wird den Bau begleiten, die EU hat darin nur Beobachterstatus. Nabucco wird 3.300 km lang sein und bis zu 30 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr transportieren können.

Zu den potentiellen Lieferanten gehören jedoch viele politische Wackelkandidaten, u.a. Georgien, Iran und Irak. Die Gaskonzerne versuchen derzeit durch direkte Beteiligungen in den Fördergebieten die Sicherstellung der ab 2014 Lieferungen zu erreichen. Die Leitung endet im österreichsichen Verteilerhub Baumgarten, der mit Ost- wie Westeuropa verbunden ist. Die Kosten von fast 8 Milliarden EUR wollen sich etliche Banken, darunter private, auch aus den USA und China, mit den instutionellen Banken EBRD und EIB (deren Eigner wiederum Staaten sind), teilen.

| More

 

IHRE MEINUNG IST GEFRAGT - KOMMENTAR ABGEBEN

 

(c) Pester Lloyd

IMPRESSUM

 

Pester Lloyd, täglich Nachrichten aus Ungarn und Osteuropa, Kontakt