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(c) Pester Lloyd / 44 - 2009  WIRTSCHAFT 28.10.2009
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Geld für Schall und Rauch

Ungarn unterstützt Balatonring mit 75 Mio EUR und üppiger Bürgschaft

Nicht weniger als insgesamt 74,4 Mio EUR staatlicher Zuschüsse darf sich in den Jahren 2010 bis 2019 der MotoGP auf dem Balatonring erfreuen. Mit dieser Summe unterstützt der Staatshaushalt das Rennspektakel an der neu zu bauenden Rennstrecke. Zusätzlich erhält der Investor eine Staatsgarantie über 15 Mrd. Forint (ca. 56 Mio EUR) für einen Kredit von der staatseigenen Ungarischen Entwicklungsbank (MFB).

Die Savoly Motorcentrum Fejlesztö errichtet für die Gesamtsumme von 40 Milliarden EUR (fast 150 Mio EUR) die neue Rennstrecke Balatonring. Das Konsortium um die spanische Sedesa und die Milton Gruppe ist durch die Wirtschaftskrise in heftige Finanzierungsschwierigkeiten geraten. Im November 2008 wurde der Grundstein für den Kurs gelegt, der bereits in diesem Sommer fertig gestellt werden sollte. Doch die Krise und offenbar nicht ausreichende Sicherheiten verhinderten zunächst die Auszahlung eines 80 Mio EUR-Kredits an die Bauherren durch die MFB.

Das jetzige Konstrukt stellt sowohl die Finanzierung der Baumaßnahmen als auch die Durchführung von zehn der WM-Rennen für Motorräder sicher. Der Staat hat sich eine jährliche Mieteinnahme als Absicherung seiner Bürgschaft festschreiben lassen. Die Betreiber des Balatonrings erhoffen sich bis zu 400.000 Besucher im Jahr, der Staat sich dem entsprechende positive Auswirkungen auf Beschäftigungssituation in der Region.

Die ebenfalls millionenschwere Unterstützung für den Formel 1 GP am Hungaroring ist jedoch vorerst nur bis 2012 gesichert. Der Staat rechtfertigt - zunehmend lustlos - solche Zuschüsse mit den positiven touristischen und finanziellen Effekten solcher Großveranstaltungen. Kritiker sprechen von Geldverschwendung in Zeiten, in denen jeder Forint in echte Investitionen gesteckt werden sollte, statt in die privaten Spektakel einer mit Werbe-Milliarden finanzierten Rennindustrie.

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