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(c) Pester Lloyd / 44 - 2009
ESSEN & TRINKEN 30.10.2009
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Von Kampftrinkern keine Spur
Heineken untersuchte die Trinkgewohnheiten junger Ungarn und fand kaum Erschreckendes
Junge Männer sind für regelmäßigen Alkoholkonsum anfälliger als junge Frauen, Trinken ist Teil der Freizeit und ein Drittel der jungen Erwachsenen
trinkt Alkohol nur, weil sie von Freunden dazu animiert werden. Rund 30% trinken auch gern mal einen über den Durst oder um den grauen Alltag zu
vergessen. Brav wie sie sind, lassen es die meisten aber, wenn man sie auf ihren Suff hinweist.
Dies sind die, nicht ganz überraschenden, Ergebnisse einer
Studie, die von der ungarischen Tochter der Heineken Brauerei, der EST Media Gruppe und anderen gemeinsam erstellt worden ist. Was soll schon dabei herauskommen, wenn der Produzent und Dealer
seine Kundschaft befragt? Die Erhebungen dazu machte man auf diversen Sommerfestivals, z.B. bei der Sziget und dem Balaton Sound.
Im Unterschied zu ihren Eltern ist für viele der jungen Befragten das Trinken von Alkohol schon an sich ein Event, während es für die älteren Generationen eher
eine gesellige Begleiterscheinung darstellt, die sich allerdings allgemeiner Akzeptanz erfreut.
Mehr als 1.000 Fragebögen und etliche Interviews wurden geführt, um
herauszufinden, dass die meisten durch alkoholische Getränke in eine "entspannte Stimmung" kommen wollen, um den Alltagsstress zu vergessen und sich in
fröhlicher Runde zu amüsieren. 28% gaben immerhin an, dass das Trinken von Alkohol durchaus auch auf den Druck der Umgebung zurückzuführen sei. 63%, und
das hebt Heineken als ein positives Ergebnis hervor, würden nach einer Warnung mit dem Trinken aufhören. Zumindest für diesen Abend, sollte es wohl heißen.
67% bezeichnen sich selbst als "moderate Trinker", die nur solange trinken, wie
sie sich noch wohlfühlen, was immer das für den Einzelnen heißt. Für ein Drittel, so Heineken, "bedeutet trinken viel mehr." Sie würden bewusst auf einen Rausch
hinarbeiten. Dabei sind die Umstände in uns und die Athmosphäre um uns sehr wichtig für das Verhalten. Bei einer durchschnittlichen Sause (wie übersetzt oder
deutet man "regular event"?) nehmen 46% so ein bis zwei Bier zu sich. Für 30% ist bei 3-4 Gläsern Schluss, immerhin ein Viertel giesst sich 6-7 "oder gar mehr"
Bierchen hinter die Binde. Bekannte Marken werden zwar bevorzugt und auch die Qualität spielt irgendeine Rolle, 80% gaben aber an, dass Werbekampagnen keinerlei Einfluss auf die Wahl des Produktes hätten.
Die detaillierte Studie findet sich auf der Webseite "Wo ist die Grenze?" www.holahatar.hu Über die Schlussfolgerungen aus dieser Studie für neue
Kampagnen oder die Geschäftspolitik von Heineken gibt uns die Brauerei jedoch keine weiteren Informationen. Heineken produziert sich in jugendlich-leichtem
Image, mit Light Bier und Softdrinks, coolem Werbedesign und als Partysponsor bei Jugendevents, nicht gerade als Jugendschutzanwalt. Warum auch?
Die Grafik gibt Auskunft darüber, wie oft welche Getränkegruppen von den Befragten
konsumiert werden. (von dunkelblau: täglich, über grün: einmal pro Woche, bis hellgraublau: nie) (von oben nach unten: Bier / Wein, Sekt / Schnäpse / Alk. Getränke, z.B, Cocktails,
Longdrinks / Liköre / Sonstige), Abb: Heineken
Resümieren kann man, dass der Durchschnittsungar ein Durchschnittseuropäer
ist, die Umfrage aber weder einen repräsentativen, noch sonderlich tiefschürfenden Eindruck macht. Fragen nach Einstiegsalter, sonstigen Drogen
und Flat-Rate-Kampftrinkparties oder Vorglühen wurden vermieden. Interessant wären noch die Trinkgewohnheiten von Fahrkartenkontrolleuren, Taxifahrern
oder Politikern zu eruieren, wo echte Abgründe zu erwarten sind.
red.
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