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(c) Pester Lloyd / 45 - 2009
WIRTSCHAFT 06.11.2009
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Bauer ist sauer
Die Proteste der Milchbauern in Ungarn werden ruppiger
Ungarische Milchbauern protestierten am Donnerstag mit abgetrennten Rinderköpfen vor dem Landwirtschaftsministerium in Budapest und verschütteten
Milch auf der Strasse. Auch in Györ, Pécs, Miskolc und Szeged protestierten die Farmer. Die Antwort der Politik und der Wirtschaft auf die Aktion der
verzweifelten Bauern: strafrechtliche Ermittlungen wegen der Verschmutzung öffentlicher Plätze.
Die Bauern übernahmen zwar die Verantwortung für den Schaden ihrer Aktion,
befanden es aber als bezeichnend, dass man gegen ihre Demonstration innerhalb von Stunden entsprechende Maßnahmen ergriff, gegen die Missstände, die durch die
Einzelhandeslketten seit Jahren bestehen, aber nicht vorgeht.
Die Verbandsvertreter wiederholten ihre Forderungen nach schnellerer
Auszahlung der EU-Zuschüsse sowie die Sanktionierung von Handelsketten, wenn diese importierter Ware bessere Konditionen einräumen als der einheimischen. Um ihren Protest gegen die Importware zu
untermauern, schütteten einige Bauern eine Mischung aus Molke und Milchpulver vor die Logistikcenter von Tesco und Spar, ein Gemisch was ihrer Meinung nach der Qualität ausländischer
Billigware entspricht. Tesco und Spar kündigten, laut MTI, rechtliche Schritte gegen diese "Verstöße gegen die Hygieneverordnungen" an.
Die Minimalforderung der Bauern ist ein regulierter Milchpreis von mindestens 80
Forint pro Liter (knapp 30 Cent) bei der Abgabe an die Milchfabriken. Im Moment beträgt der lediglich 60 Forint, manchmal auch darunter. Es könne nicht sein, dass die
Milchbetriebe den Liter Milch für 55-60 Forint aufkauften, für das Doppelte, nämlich rund 124 Forint, an die Handelsketten weitergeben und diese dann den Preis nochmals
auf 250 Forint (ca. 90 Cent) verdoppeln könnten, während die Bauern ihre Kosten nicht gedeckt bekommen. Momentan müssten die ungarischen Milchbauern rund
einhundert Tiere am Tag schlachten lassen, weil sie deren Unterhalt nicht mehr finanzieren könnten. Damit stünde die Milchwirtschaft des Landes in Kürze vor dem Aus.
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(c) Pester Lloyd
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