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(c) Pester Lloyd / 45 - 2009  WIRTSCHAFT 04.11.2009
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Zurück in die Zukunft?

Die Malév in Ungarn steht vor ihrer erneuten Verstaatlichung
Russische Bank gibt Anteile gegen Staatsgarantien ab

Der ungarische Staat könnte bald wieder Eigentümer der Fluglinie Malév werden, die er 2006 privatisiert hatte. Diese eigentlich absurde Entwicklung ist das Ergebnis, das Finanzminister Péter Oszkó von den Verhandlungen in Moskau mitgebracht hat. Man könne sich vorstellen, "einige der Finanzierungsgarantien in Anteile" umzuwandeln, sagte der Minister bei seiner Rückkehr aus Russland.

Ungarn pocht demnach nicht mehr unbedingt auf die wortgetreue Einhaltung der im Privatisierungsvertrag von 2006 mit der AirBridge festgehaltenen Investitionszusagen seitens des Käufers. Man werde aber keinesfalls Bargeld in die Hand nehmen, es wird wohl vor allem auf Staatsgarantien für die benötigten ca. 150 Mio EUR für die Restrukturierung hinauslaufen. Im Gesprächh sei sogar eine Mehrheitsbeteiligung des ungarischen Staates, der komplette Ausstieg der russischen Seite war aber kein Thema, so Oszkó.

"Lange wollen wir die Beteiligung" nicht halten, sagte der Minister auf ungläubige Nachfragen der Agentur Reuters. Oszkó verhandelte mit den heutigen Eigentümern der Malév, der staatlichen VEB-Bank, die sich die Malév-Anteile vom Unternehmer Boris Abramowitsch gesichert hat als dieser seine weitschweifigen Vorhaben in der Krise nicht mehr finanzieren konnte.

Auch mit Vneshekonombank (VEB) hatte Ungarn schon seine Scharmützel. Als die Russen eine Schuldenrate von 4 Mio EUR nicht rechtzeitig zahlten, zog die Ungarische Vermögensverwaltung MNV kurzerhand eine 32 Mio EUR Garantie gegenüber der Bank zurück. Eine fällige Kapitalerhöhung wurde kürzlich seitens der Eigentümer blockiert, die Abschiebung der Verantwortung auf den Staat und somit die Repatriierung wurde praktisch erzwungen, andernfalls wären Siechtum und Pleite im Raum gestanden.

Ob den Russen bei einer späteren erneuten Veräußerung der Staatsanteile ein Vorkaufsrecht eingeräumt wird, die Angelegenheit also quasi nur zur Überbrückung dient, war noch nicht zu erfahren. Vielleicht kommt dann ja auch die Lufthansa zum Zuge, die kennt sich ja mit Sanierungsfällen in der Region aus (Austrian Airlines, Swiss) und einen fähigen deutschen Chef-Manager hat die Malév ja auch schon, der auf die strategischen Spielchen seiner Arbeitgeber allerdings keinen Einfluss hat.

Gespräche über Malév in Moskau (02.11.2009)

Außerplanmäßiger Höhenflug (17.06.2009)
30 Suchoi-Superjets für Ungarns Malév

Malév mit neuerlichem Sanierungsplan (05.06.2009)

Dubiose Flügelschläge (19.03.2009)
Die Malév bleibt irgendwie am Leben

Virtuell insolvent (26.09.2008)
Ungarn: Dumm gelaufen, statt schön geflogen - die MALÉV wird nach einer rabenschwarzen Woche endgültig zur flügellahmen Ente

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