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(c) Pester Lloyd / 47 - 2009  WIRTSCHAFT 18.11.2009
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Ungarische Bahn: offene Worte, aber eine komische Rechnung

Mit interessanten Ausführungen zur schleppenden Reform der ungarischen Bahn, ließ der zuständige Regierungskommissar aufhorchen. Durch den Personenverkehr nimmt die MÁV derart wenig Geld ein, dass man sich den Ticketverkauf eigentlich ganz sparen könnte, gab sich der Regierungsbeamte sarkastisch. Noch dazu haben 70% der Ungarn Anspruch auf Ermäßigungen. Von Investitionen spricht keiner.

Károly Antali bedauert in einem Interview mit der Tageszeitung Népszabadság, dass durch die dauerhafte Zerstrittenheit der politischen Blöcke die so dringend notwendige Reformierung der Bahn fast zum Erliegen kommt, zumindest aber immer wieder verwässert wird. Er verteidigte die Maßnahmen und Pläne, die eine radikale Verkleinerung der MÁV vorsehen. Für diese Umsetzung dieser Maßnahmen wird aber in auch nach den Wahlen ein breiter politischer Konsens notwendig sein.

Ursprünglich wollte die Regierung sogar 59 Bahnlinien still legen, doch aufgrund diverser Rücksichtnahmen, schmolz diese Zahl am Ende auf 27 und eine halbe ein. Doch die Bahn könnte ihrem Transportauftrag durchaus auch noch mit einem viel kleineren Strecken- und Zugangebot nachkommen, sagte Antali. Bis zur Wahl im Frühjahr 2010 seien keine Stellenstreichungen vorgesehen, doch innerhalb der nächsten drei Jahre müssten "ein paar tausend" Stellen gestrichen werden, wenn sich die Bahn irgendwann einmal rechnen soll. Dass diese Streichungen dann der politische Konkurrent aushalten muss, sagte er nicht.

Durch den Personenverkehr nimmt die MÁV derart wenig Geld ein, dass man die Tickets eigentlich gleich ganz einsparen könnte, das würde wenigstens die Kosten für den Kartenverkauf und die Kontrollen verringern, gab sich der Regierungsbeamte sarkastisch. Eigentlich bedürfe die Inflationsanpassung und die Mehrwertsteueranhebung einer Preisanhebung von mindestens 16,6%, nur um diese Belastungen auszugleichen, doch mehr als 10% werden politisch kaum durchsetzbar sein, sagte Antali. Weitere 5% Umsatzpotential sehe er in der Streichung einiger unnötiger Rabatte. Es könne ja nicht angehen, dass 7 Millionen der 10 Millionen Ungarn Ansprüche auf irgendwelche Ermäßigungen beim Bahnfahren hätten. Ermäßigungen müssten Ausnahmen bleiben, bei der MÁV sind sie aber die Regel.

40 Milliarden Forint Einsparungen rechnete Antali aus Rabattkürzungen und Preissteigerungen vor, zufälligerweise exakt die Summe, um die der Zuschuss aus dem Staatsbudget im nächsten Jahr gekürzt wird, so wie es der IWF angeordnet hat. Von Investitionen spricht bei dieser Regierung überhaupt niemand mehr.

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