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(c) Pester Lloyd / 49 - 2009
WIRTSCHAFT 04.12.2009
Ungarische MÁV kauft Loks auf Kredit
MÁV Trakcio, die Zugmaschinentochter der Ungarischen Staatsbahn, hat am
Donnerstag einen Kreditvertrag über 79,6 Mio EUR zur Anschaffung von 25 Zugmaschinen der Firma Bombardier unterschrieben.
Der Kredit wird von der Europäischen Investitionsbank und der deutschen
Kreditanstalt für Wiederaufbau gegeben. Die Bedingungen lauten auf 15 Jahre Rückzahlungsfrist, die erste Rate wird ers 2011 fällig, als Sicherheit dienen die Zugmaschinen
selber. Die Loks der TRAXX-Serie von Bombardeier werden im ersten Halbjahr 2011 ausgeliefert. Gleichzeitig unterschrieb die MÁV-Tochter die Option auf den Erwerb weiterer 25 Einheiten. Durch die
Nachbestellung erhöht sich der Rabatt auf die Gesamtbestellung um 200.000 EUR pro Stück. Der Preis für ein Fahrzeug beträgt knapp 3,2 Millionen EUR. Sie sollen
Fahzeuge der 379 V43 Reihe ersetzen, die zwischen 1963 und 1982 in Ungarn gebaut wurden und deren Unterhalt mittlerweile unwirtschaftlich geworden ist.
Die ungarischen Staatsbahnen sind insgesamt in einem erbärmlichen Zustand. Doch
anstatt einer notwendigen Investition zur Restrukturierung entzieht das Sparbudget 2010 der Bahn weitere 40 Milliarden Forint (knapp 150 Mio EUR), damit der
Staatszuschuss mit dem Anteil am BIP, der in anderen EU-Ländern gezahlt wird, in etwa gleich zieht. Eine Bedingung des IWF, des größten Gläubigers Ungarns. Die
MÁV verkauft derzeit in großem Maßstab Grundstücke und Immobilien und zehrt von den Erlösen aus dem Verkauf der Cargo-Tochter an die Österreicher. Die
Opposition hat bereits angekündigt, die Strategie nach ihrer Machtübernahme wechseln zu wollen, um eine Sanierung der Bahn zu ermöglichen, trotz der Gefahr eines dann ausufernden Budgetdefizits.
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