|
(c) Pester Lloyd / 49 - 2009
GESELLSCHAFT 04.12.2009
Mikulás als Virenschleuder
Ungarn warnt die Kinder vor dem Nikolaus
Am besten nicht Küssen, keine Hände schütteln und auch nicht zu nahe kommen. So lauten die neuesten amtlichen Warn- und Verhaltenshinweise für
Nikoläuse und Kinder in Ungarn. Und sie sind ernst gemeint. Jetzt am Wochenende warten viele kleine Pausbacken aufgeregt auf den Mikulás, der
am 6. Dezember den Braven die Geschenke in die Socken stopfen soll. Doch das Gesundheitsamt warnt eindringlich.
Bei Mißachtung: Herabstufung zum Osterhasen
Der Chef der Nationalen Volksgesundheitsbehörde (ANTSZ), Dr. Ferenc
Falus, fürchtet, der Mikulás könne nicht nur Geschenke, sondern auch die Seuche bringen. Eine Impfung des Rotmantels ist daher sozusagen patriotische Pflicht. Außerdem
erhielten der Mikulás und seine vielen Helfer vom obersten Gesundheitswächter des Landes Verhaltensmaßregeln, bei deren Mißachtung vielleicht die Herabstufung zum Osterhasen
erfolgt. "Wir weisen an, dass sich Mikulas den Bart und den Schnäuzer regelmäßig zu waschen und Kinder nicht zu küssen hat," sagte die amtliche Spaßbremse und fuhr fort "vor und
nach der Überreichung der Geschenke, sind die Hände, auch die der Kinder, gründlich zu waschen." Angebracht wäre generell eine Distanz von 3-4 Metern von diesem
wandelnden Infestionsherd zu halten. Am besten wäre noch eine Atemmaske unter dem weißen Rauschebart.
Gewerkschaft der Nikoläuse protestiert
Bereits seit Wochen laufen Impfprogramme des ANTSZ, die alle Agentur-Nikoläuse und
einschlägig bekannte Freudenbringer gesondert zur Impfung baten (seihe Foto). Ältere Männer mit Bärten und roten Mänteln werden in den Arztpraxen sogar ohne Wartezeiten und Schmiergeld behandelt. Die
ungarischen Nikolaus-Verbände protestierten gegen die Herabwürdigung ihres ehrenwerten Berufsstandes zur volksgefährdenden Virusschleuder. Außerdem fürchten sie durch
die Panikmache Umsatzeinbußen durch die Stornierung von Nikolaus-Feiern in Kindergärten und Firmen. Die Protestwelle schlug solche Wellen, dass man eine
leitende Mitarbeiterin der Gesundheitsbehörde eigens ins Fernsehen entsandte, um - gegenüber einem echten Nikolaus - öffentlich klarzustellen, dass man weder etwas
gegen Nikoläuse habe, noch grundsätzlich gegen Feiern sei. Dr. Beatrix Oroszi sagte: "Diese Vorwürfe stimmen so nicht. Keineswegs. Wir würden es nicht wagen,
den Nikolaus zu diskriminieren... Wir wollen nur, dass sich die Menschen impfen lassen."
"Sankt Nikolaus, dich rufen wir, veränd're unser Denken"
aus einem alten österreichischen Nikolaus Lied
Die amtliche Panikmache vor dem Grippevirus H1N1 erreicht in Ungarn mittlerweile
selbst pathologische Züge, die den Verdacht einer Mutation der Schweingrippe in menschlichen Rinderwahnsinn nahe legen. In Ungarn läuft die Massenmanipulation
wie geschmiert. Fast 2 Millionen der 10 Millionen Ungarn sind bereits geimpft, generalstabsmäßig wurde das Land mit Impfzentren überzogen, besonnene
Stimmen zum Schweigen gebracht, Kritiker werden öffentlich diffamiert. Der ungarische Hersteller und Lieferant des Impfstoffes Omninvest verdient sich und ein
paar anderen goldene Nasen, auch wenn niemand so richtig weiß, wem die Firma überhaupt gehört. "Zehntausende sind infiziert, Hunderte in den Krankenhäusern,
mehr als ein Dutzend schon gestorben.", berichtet Dr. Falus. Das ist zwar jedes Jahr bei der normalen Grippe noch viel schlimmer und jedes Wochenende sterben in
Ungarn mehr Autofahrer und Lebensmüde, trotzdem, findet er, müsse man jede potentielle Gefährdung bekämpfen. Nachdem sich Regierungschef und Minister vor
laufenden Kameras spritzen ließen (es wurde behauptet, es wäre ein Grippeimpfstoff gewesen), müssen nun die Nikoläuse ran.
red
KOMMENTAR IM GÄSTEBUCH ABGEBEN
|