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(c) Pester Lloyd / 49 - 2009
GESELLSCHAFT 05.12.2009
Vom Todestrakt zum Tierheim
In Balatonfüred rettet eine Privatinitiative Hundeleben
Mit dem Tierschutz in Ungarn ist es so eine Sache. Tieren, die nicht unmittelbar als Familienmitglieder - oft über Gebühr - verwöhnt werden, geht es meistens
dreckig. Hunde liegen an der Kette, Gänse werden gestopft, Katzen ertränkt, Welpen wie Massenware gehandelt. Der Tierschutz steckt noch in den
Kinderschuhen und ist oft belächelten Aktivisten vorbehalten. Ein Beispiel aus Balatonfüred aber zeigt, dass Behörden und Privatinitiative auch zum Wohle der Tiere zusammenarbeiten können.
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Nach ausführlichen, monatelangen Gesprächen mit der Stadtverwaltung von
Balatonfüred ist es dem Tierschutzverein Hundehilfe-Nordbalaton e.V. gelungen, die Genehmigung zur Umwandlung der kommunalen Tötungsstation in ein Tierheim zu
erhalten. Die Stadt Balatonfüred stimmte dem Vorhaben zu und stellt dem Tierschutzverein das dafür benötige Land zur Verfügung. Auf diesem Gelände soll
demnächst ein Gebäude errichtet werden, die derzeitige Auffangstation wird diesem Tierheim angeschlossen und dient künftig als Quarantänestation. Dies soll die
artgerechte Unterbringung der Hunde ermöglichen und zudem die Ausbreitung von Krankheiten verhindern.
Inga Wagner, Vereinschefin und Tierfreundin, (Foto oben) resümiert zufrieden: „Wir
haben mehr erreicht als viele andere Tierschützer, die genau um diese Sache seit Jahren kämpfen: Eine Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und
Tierschutzverein zum Wohl der Tiere. Vielleicht schaffen wir es, eine kleine Vorbildfunktion zu erfüllen und andere Gemeinden zum Nachahmen zu bewegen!"
Neue Mobile Hundezwinger mit isolierten Hütten
Tierheim-Neubau im nächsten Jahr
Dr. István Bóka, Bürgermeister der Stadt Balatonfüred, hat den Bedarf eines
Tierheimes für seine Stadt erkannt und war angetan von den Plänen, die ihm Inga Wagner, Vorsitzende der Hundehilfe-Nordbalaton, gemeinsam mit der betreuenden
Tierärztin Dr. Gabriele Ticz vorgetragen hat. Die Verträge sind mittlerweile unterzeichnet und die Hundehilfe-Nordbalaton e.V. ist nun mit der Versorgung der
Hunde beauftragt. Der im ungarischen Vereinsregister eingetragene Verein ist als gemeinnützig anerkannt und steht unter deutscher Leitung. Inga Wagner und ihr
Team haben große Pläne: „Wir haben mit einem Tierheim-Neubau die einzigartige Chance, alles so auszustatten, dass wir den Tieren die bestmögliche Betreuung
zukommen lassen können. Wir wollen den Hunden ihre Zeit im Tierheim so angenehm wie nur möglich gestalten!“.
Die ersten Schritte sind bereits getan: Neue Zwinger wurden gekauft und aufgebaut;
selbstverständlich ausgestattet mit nagelneuen, isolierten, also winterfesten Hundehütten und Körbchen mit kuscheligen Decken. Der Verein hat sich zum Kauf
von mobilen Zwingeranlagen entschlossen, denn diese werden bereits jetzt auf dem Gelände der derzeitigen Anlage aufgestellt. Wenn dann, voraussichtlich Ende des
kommenden Jahres, mit dem Bau des Tierheims begonnen wird, werden diese Zwinger einfach abgebaut und zum endgültigen Gelände umgesiedelt. Man hat sich
für dieses Vorgehen entschieden, um den zeitlichen Vermittlungdruck der länger als 14 Tage in der Auffangstation befindlichen Hunde zu entschärfen. Die Tiere ziehen
nach Ablauf dieser „Aufbewahrungsfrist“ von der Auffangstation in die neuen Zwinger um und dürfen dort auf ihr neues Herrchen oder Frauchen warten.
Die ehemalige Tötungsstation wird in eine Qurantänestation umgewandelt
Hunde sollen möglichst im Lande vermittelt werden
Der aus rein privatem Engagement der Eheleute Wagner entstandene Verein, hat
bereits über 10 Jahre Erfahrung mit der Betreuung ungarischer Straßenhunde. Ausgesetzte, verletzte und misshandelte Hunde werden liebevoll versorgt und gesund
gepflegt. Tierarztkosten sowie die Unterbringung und Fütterung werden allein durch Spenden und Zuwendungen tierfreundlicher Mitstreiter finanziert. „Ohne die
finanzielle und tatkräftige Unterstützung anderer Tierfreunde und Tierschutzorganisationen wären wir heute nicht da, wo wir jetzt stehen“, resümiert
die Vereinsvorsitzende. „Doch wir benötigen auch weiterhin Hilfe, besonders um dieses große Vorhaben eines Tierheim-Neubaus in die Tat umzusetzen. Unser kleiner
Verein kann dieses Projekt finanziell alleine nicht stemmen!“ Frau Wagner betont zudem, dass es nicht Ziel des Vereins sei, alle in Not geratenen Hunde außer Landes
zu schaffen. „Unser Verein arbeitet in Ungarn und wir möchten unsere Hunde innerhalb des Landes vermitteln. Die Lösung der ungarischen Tierschutzprobleme
kann es nicht sein, dass wir alle Tiere nach Deutschland bringen!“ Und die Realität gibt ihr recht. Immer mehr ungarische Tierfreunde sind bereit, einen
Second-hand-Hund bei sich aufzunehmen und ihm das Vertrauen zum Menschen zurückzugeben.
Ohne Hilfe anderer Tierfreunde geht es nicht
Die Hundehilfe-Nordbalaton e.V. bittet daher
auch um Ihre Mithilfe. Gesucht werden dringend Pflegestellen innerhalb Ungarns, also Menschen, die bereit sind einen Hund vorübergehend bei sich aufzunehmen und ihm somit den Start in
eine neue Zukunft zu ermöglichen. Dringend benötigt werden ebenso materielle und natürlich finanzielle Spenden. Gebraucht wird alles, vom Futternapf über warme Decken bis
hin zu Halsbändern und Leinen Ganz zu schweigen von den hohen Aufwendungen für Futter und Medikamente. Ebenso benötigt der Verein freiwillige Helfer, die die in Ungarn vermittelten Hunde in ihrem
neuen Zuhause besuchen und sich vergewissern, dass der Hund gut untergebracht ist. Ungarische Sprachkenntnisse wären für diese Aufgabe von großem Vorteil.
Hundehilfe Nordbalaton e.V. Tel. 0036 30 / 509 35 64 inga@hundehilfe-nordbalaton.eu www.hundehilfe-nordbalaton.eu
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